Abwehrkonzept an Flughäfen
Flugsicherung macht gegen Drohnen mobil
12.06.2026 – 11:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Drohnenattacken auf Deutschlands Flughäfen verursachen einen Schaden von bis zu 160 Millionen Euro. Nun steuert die Deutsche Flugsicherung gegen.
Um der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen zu begegnen, plant die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein bundesweites Drohnen-Abwehrnetz. Dieses solle gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt und der Deutschen Telekom realisiert werden. „Drohnen stellen eine zunehmende Gefahr für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland dar. Um diese zu schützen, müssen wir die verfügbaren Kräfte bündeln“, sagte DFS-Chef Arndt Schoenemann der Zeitung „Welt am Sonntag“.
Der „Aktionsplan Drohnen Deutschland“ sieht dem Bericht zufolge eine auf Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Plattform vor. Diese solle Daten von Mobilfunkmasten mit stationären Drohnen-Entdeckungs- und -Abwehranlagen an Flughäfen, Kraftwerken und Bundeswehr-Einrichtungen verbinden.
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In Deutschland hatten Drohnen-Angriffe im vergangenen Herbst mehrfach den Münchner Flughafen lahmgelegt. Bayern legte ein Drohnen-Abwehrprogramm vor. Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelte und schuf die gesetzlichen Grundlagen, wonach die Bundespolizei Drohnen an Flughäfen abschießen darf.
Nach einer Studie der Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurden im Vorjahr 226 Drohnenvorfälle in Deutschland gemeldet. Davon führten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 Flughäfen, die Kosten für die Luftfahrindustrie beliefen sich demnach auf rund 60 Millionen Euro. Werden Folgekosten aus Verzögerungen und gestörten Umläufen sowie Flugannullierungen wegen Drohnensichtungen berücksichtigt, steigt der Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.
„Beginn einer hybriden Kriegführung“
Deshalb will die DFS jetzt gegensteuern. Die von dezentralen Überwachungssensoren gemeldeten Daten sollen demnach zusammengeführt und automatisiert ausgewertet werden. Ziel sei ein bundesweites Drohnen-Luftlagebild, das die Basis einer zivilen und militärischen Drohnenabwehr bilden soll.
Die teils gezielten Drohnen-Angriffe auf Flughäfen in den vergangenen Monaten seien als „Beginn einer hybriden Kriegsführung“ zu sehen, deren wirksame Bekämpfung noch an Zuständigkeitsfragen auf Bundes- und Länderebene scheitere, sagte Schoenemann. „Statt eines Flickenteppichs an Einrichtungen und Zuständigkeiten brauchen wir eine zentral geführte Drohnendetektion und -abwehr, bei der alle Informationen zusammenfließen.“
„Die technologischen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr sind bei deutschen Herstellern vorhanden“, sagte Hensoldt-Vorstandschef Oliver Dörre. „Doch um im Fall einer Bedrohung handlungsfähig zu sein, braucht es eine Architektur, die die verschiedenen Systeme zur Erkennung, Klassifizierung und Bekämpfung von Drohnen koordiniert.“ Die geplante Plattform sollte Systeme aller Hersteller integrieren können.
