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Gesundheit

Abnehmspritze als Leistung der Krankenkasse? AOK-Chefin warnt vor Kosten

wochentlich.deBy wochentlich.de25 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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AOK-Chefin warnt

Abnehmspritze als Kassenleistung? Das könnte Milliarden kosten


Aktualisiert am 24.08.2026 – 15:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Abnehmspritze: Übernehmen künftig die Kassen die Kosten? (Quelle: IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER/imago)

Die Behandlung mit Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro kostet mehrere Hundert Euro im Monat und muss meist selbst bezahlt werden. Eine Kostenübernahme könnte die GKV mit Milliarden belasten.

In Deutschland sind rund 60 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen übergewichtig. Von starkem Übergewicht (Adipositas) sind mittlerweile knapp 20 Prozent der Erwachsenen betroffen – Tendenz steigend.

Eine Kostenübernahme von Abnehmspritzen könnte laut AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Extremfall mit Milliardenbeträgen belasten. Würden alle GKV-versicherten Adipositas-Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr regelmäßig damit behandelt, entstünden hochgerechnet jährliche Kosten von etwa 45 Milliarden Euro, sagte Reimann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bei einem BMI von 35 und mehr würden sich die jährlichen Kosten demnach immer noch auf rund 14 Milliarden Euro belaufen. „Das ist sicher ein Maximal-Szenario, aber es zeigt die finanziellen Dimensionen dieses Themas“, fügte Reimann hinzu.

Gut zu wissen

Abnehmspritzen wie die Medikamente Wegovy oder Mounjaro enthalten sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Wirkstoffe ahmen das körpereigene Hormon GLP-1 nach. Dadurch bremsen sie den Appetit, verlangsamen die Magenentleerung und helfen so beim Abnehmen. Ursprünglich entwickelten Forscher diese Wirkstoffe für Menschen mit Typ-2-Diabetes, seit einigen Jahren kommen sie aber auch gegen Adipositas zum Einsatz. Die Behandlung mit ihnen kostet Menschen ohne Diabetes einige Hundert Euro pro Monat.

Bessere Adipositas-Therapie könnte auch Milliarden einsparen

Die neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Sonja Optendrenk, hatte zuletzt eine Kostenübernahme von Abnehmspritzen bei schwerer Adipositas ins Gespräch gebracht. Sie wies im „Spiegel“ darauf hin, dass einige andere Länder konsequent akzeptiert hätten, dass Adipositas eine echte Krankheit sei, die sich nicht nur durch Sport und bessere Ernährung zurückdrehen lasse. Reimann sagte zu der Thematik: „So verkürzt kann man die Debatte nicht führen.“

Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, sagte, es sei richtig und wichtig, die möglichen Kosten von Abnehmspritzen seriös zu betrachten. „Die Debatte sollte dabei aber nicht allein auf die Medikamentenkosten reduziert werden.“ Adipositas verursache schon heute medizinische Kosten in Milliardenhöhe. Wirksame Behandlungen könnten dazu beitragen, Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Gesundheit und Lebensqualität der betroffenen Menschen zu verbessern.

Auch laut Fachgesellschaften wie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist Adipositas in Deutschland schon jetzt mit einem finanziellen Aufwand von 113 Milliarden Euro jährlich verbunden. Einer Prognose der World Obesity Federation zufolge könnte dieser Betrag bis 2060 auf bis zu 216 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Hauptursachen dafür sind vor allem die Behandlung von Begleiterkrankungen, krankheitsbedingte Fehlzeiten, eingeschränkte Arbeitsfähigkeit und vorzeitige Sterblichkeit.

„Riesiger medialer Hype“ um Abnehmspritzen

Auf Kassenrezept können Diabetiker sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten bereits erhalten, wenn sie zur Behandlung von Diabetes Typ 2 genutzt werden und nicht allein zum Abnehmen.

Reimann kritisiert: „Gleichzeitig gibt es einen riesigen medialen Hype, weil manche Menschen sie ohne medizinischen Hintergrund aus kosmetischen Gründen nutzen.“

Derzeit fallen Abnehmspritzen, die explizit zur Behandlung von Adipositas zugelassen sind, in Deutschland unter den sogenannten Lifestyle-Paragrafen. Als sogenannte Lifestyle-Arzneimittel werden Mittel bezeichnet, bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht, etwa Appetitzügler, Mittel für mehr Haarwuchs oder zur Steigerung der sexuellen Potenz. Sie dürfen nicht als Kassenleistung verordnet werden.

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