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Gesundheit

Kein Ende im Kongo in Sicht – mehr als 10.000 Fälle

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Oktober 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Tödliche Viruskrankheit

Kein Ende in Sicht bei Ebola – mehr als 10.000 Fälle

Aktualisiert am 27.10.2026 – 16:51 UhrLesedauer: 4 Min.

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Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. (Archivbild) (Quelle: Sebastien Kitsa Musayi/AP/dpa/dpa-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Fast 4.900 Tote in fünf Monaten: Die Ebola-Epidemie im Kongo wächst in beispiellosem Tempo. Infektionsketten bleiben unentdeckt, Helfer werden angegriffen. Das Virus hat auch weitere Länder erreicht.

Das Ebola-Virus breitet sich in der Demokratischen Republik Kongo weiter fast ungehindert aus. Die Gesundheitsbehörden des Landes meldeten 10.060 nachgewiesene Fälle seit Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai. 4.887 der Patienten sind demnach gestorben.

Die tatsächliche Zahl der Infizierten könnte deutlich höher liegen. Mehr als 70 Prozent der Neuerkrankungen treten weiterhin bei Menschen auf, die vorher nicht als Kontakte anderer Patienten bekannt waren, wie die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC Anfang Oktober mitteilte.

Die Epidemie, bei der einige Fälle auch in Uganda (20), Frankreich (1), Kenia (9) und Nigeria (1) entdeckt wurden, ist der am schnellsten wachsende sowie bereits jetzt zweitgrößte Ebola-Ausbruch jemals. Beim schwersten Ausbruch starben in Westafrika in den Jahren 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen. Die Zahlen im Kongo steigen derzeit deutlich schneller an.

Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

Ausbreitung in mehreren Ländern

  • In der Demokratischen Republik Kongo sind mittlerweile acht Provinzen im Norden und Osten des Landes mit rund 116 Millionen Einwohnern betroffen. Mehr als 71 Prozent aller nachgewiesenen Fälle entfallen nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf die Bergbauprovinz Ituri, wo sich das Virus Experten zufolge seit Beginn des Jahres monatelang unerkannt ausbreiten konnte. Die betroffenen Provinzen grenzen an Uganda, Ruanda, den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik.
  • Uganda verzeichnete kurz nach Bekanntwerden des Ausbruchs insgesamt 20 bestätigte Fälle, die auf einen Patienten aus dem Kongo zurückgeführt wurden. Zwei Patienten starben. Seit August gilt der Ausbruch in dem Land nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell als beendet. Mehrere jüngere Fälle stehen dennoch mit Uganda in Verbindung.
  • Im ostafrikanischen Kenia wurden seit Anfang Oktober neun Infektionen, darunter zwei Todesfälle, bestätigt, nachdem ein im Kongo erkrankter Patient via Uganda in die Hauptstadt Nairobi gereist war. Nach Angaben der WHO gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus in Kenia über die direkten Kontakte hinaus in der Bevölkerung ausgebreitet hat.
  • Das westafrikanische Nigeria, Afrikas bevölkerungsreichster Staat, meldete am 20. Oktober den ersten Ebola-Fall. Die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten war einige Tage nach einer mehrwöchigen Reise nach Uganda erkrankt. Wo genau sich die Schweizerin mit Ebola infiziert hat, wird nach Angaben der Behörden noch untersucht. Sie wurde mit ihrem Ehemann in die Schweiz ausgeflogen und wird dort im Universitätsklinikum Genf behandelt.
  • In Europa trat bislang ein Fall auf. Im Juni wurde ein Arzt nach einem Kriseneinsatz im Ostkongo in Frankreich positiv getestet und später genesen aus dem Krankenhaus entlassen. Mehrere infizierte Helfer wurden aus dem Ostkongo zur Behandlung in europäische Krankenhäuser, darunter die Berliner Charité, gebracht.

Helfer im Kongo Angriffen ausgesetzt

Die Bekämpfung des Virus im Kongo ist weiterhin großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Hunderttausende Vertriebene leben teils seit Jahren in Behelfslagern mit schlechten sanitären Verhältnissen und kaum medizinischer Versorgung. Die betroffenen Provinzen werden teils von Rebellen kontrolliert, immer wieder kommt es zu Kämpfen und Angriffen auf Zivilisten.

Nach Behördenangaben liegt die Todesrate des Ebola-Ausbruchs derzeit bei etwa 49 Prozent – das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Infizierten sind gestorben. Für die Behandlung stehen nach jüngsten Angaben der WHO 1.539 Betten in speziell eingerichteten Zentren zur Verfügung.

Fast zwei Drittel der Toten sind nach Angaben der WHO allerdings Menschen, die in ihren Gemeinden sterben und nie in einer auf Ebola spezialisierten Einrichtung behandelt wurden. Todesfälle in Familien sind besonders gefährlich, weil sich pflegende Angehörige leicht anstecken können.

Mitarbeitende der Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichten, dass viele Erkrankte erst mit kritischen Symptomen in die Behandlungszentren kämen, wenn die Überlebenschancen gering seien. Angst, Aberglaube und Desinformationen schüren weiterhin Misstrauen bis hin zu Gewalt gegen die Helfer. Nach Angaben der WHO wurde ein Ebola-Pfleger in der ostkongolesischen Provinz Tshopo am Samstag von wütenden Protestierenden getötet, ein weiterer wurde verletzt.

Suche nach Impfstoff und Therapien läuft

Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb besonders schwer einzudämmen, weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zudem ist in der Anfangsphase einer Ansteckung mit dem Bundibugyo-Erreger leicht eine Verwechslung etwa mit einer Malaria-Erkrankung möglich. Das kann zu einer verspäteten Isolation und Behandlung der Patienten beitragen.

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