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You are at:Home»Gesundheit»So hängt Bildung mit Schutz und Risiko vor Krankheit zusammen
Gesundheit

So hängt Bildung mit Schutz und Risiko vor Krankheit zusammen

wochentlich.deBy wochentlich.de27 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Erstaunlicher Zusammenhang nachgewiesen

Demenz: Wie groß ist die Schutzwirkung von Bildung?


27.10.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Bildung und zwischenmenschliche Kontakte gehören zu den bedeutendsten Schutzfaktoren vor Demenz. (Quelle: evgenyatamanenko/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Kann ein einziges zusätzliches Schuljahr das Demenzrisiko senken? Eine Studie legt genau das nahe. Die Befunde zeigen, wie wichtig Bildung für die geistige Fitness im Alter ist.

Schon seit Langem beobachten Forscher, dass Demenz bei gebildeten Menschen seltener vorkommt. Doch ob das wirklich an der Bildung liegt, lässt sich aus bisherigen Studien nicht sicher ableiten. Denn wer länger zur Schule geht, wächst häufig unter anderen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen auf, hat später möglicherweise einen besser bezahlten Beruf und lebt unter anderen, vielleicht gesünderen Umständen. All das könnte sich ebenfalls auf das Demenzrisiko auswirken.

Wie ließe sich herausfinden, welchen Einfluss Bildung auf die geistige Gesundheit im höheren Lebensalter hat? Wissenschaftler aus den USA haben zu diesem Zwecke eine ungewöhnliche Untersuchung durchgeführt: Sie nutzten eine Schulreform, die vor mehr als 50 Jahren in Großbritannien eingeführt wurde.

Um welche Reform geht es?

1972 verlängerte die Regierung in England, Schottland und Wales die Schulpflicht um ein Jahr. Das Mindestalter für den Schulabgang betrug fortan nicht mehr 15 Jahre, sondern 16. Allerdings galt die neue Regel nicht für alle Jugendlichen. Wer vor dem 1. September 1957 geboren war, durfte die Schule weiterhin mit 15 verlassen. Wer an diesem Tag oder später zur Welt kam, musste ein Jahr länger bleiben.

Das eröffnete den Wissenschaftlern eine seltene Gelegenheit: Sie konnten Menschen vergleichen, die nur wenige Tage auseinander geboren waren, aber unterschiedlich lange zur Schule gegangen waren. In ihren familiären, sozialen und wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen dürften sie sich kaum unterschieden haben. Der entscheidende Unterschied war die Dauer der schulischen Bildung.

Daten von mehr als 100.000 Menschen ausgewertet

Konkret nutzten die Forscher gesundheitliche Angaben von rund 107.000 Menschen. Anhand ihrer Geburtsdaten ordneten sie die Teilnehmer den beiden Gruppen zu: Wer vor dem 1. September 1957 geboren war, unterlag noch der alten Schulpflicht, für alle später Geborenen galt die neue Regelung. Anschließend prüften die Wissenschaftler anhand von Krankenhausakten, Sterberegistern und Angaben zur Krankengeschichte, bei wem bis Ende 2022 Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung festgestellt worden war. So konnten sie vergleichen, wie häufig Demenz in den beiden Gruppen auftrat.

Es zeigte sich: Von den Teilnehmern mit der längeren Schulpflicht erkrankten später weniger an Demenz als von denjenigen, für die noch die alte Regelung gegolten hatte. Die Forscher errechneten an der Grenze zwischen den beiden Geburtsjahrgängen einen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. Das entspricht rechnerisch etwa zwei Demenzdiagnosen weniger pro 1.000 Menschen.

Hinweis

Durch die neue Schulpflicht blieben nicht plötzlich alle Jugendlichen ein Jahr länger in der Schule. Viele hatten schon zuvor freiwillig bis mindestens zum 16. Lebensjahr weitergelernt. Die Reform betraf vor allem diejenigen, die sonst mit 15 abgegangen wären. Insgesamt blieben dadurch deutlich mehr Jugendliche länger in der Schule.

Wie groß ist die Schutzwirkung?

Die Studie hat Schwächen, die ihre Aussagekraft einschränken. Eine davon ist das Alter der Teilnehmer: Ende 2022 waren die ältesten von ihnen erst etwa 65 Jahre alt. Die meisten Demenzerkrankungen treten jedoch erst deutlich später im Leben auf. Deshalb hatten bislang nur sehr wenige Teilnehmer eine entsprechende Diagnose erhalten.

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