Nach Trump-Auftritt
XL-SUV sollen Audis Erfolg in den USA sichern
27.10.2026 – 13:44 UhrLesedauer: 3 Min.
Audi will in den USA ein neues Werk bauen – die Art der Ankündigung löst erheblichen Ärger aus. Welche Autos könnten dort entstehen?
Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump, bei der er den Bau einer US-Fabrik ankündigte, hat massive Kritik ausgelöst. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo warf dem Konzernvorstand unter anderem vor, er habe sich für eine politische Inszenierung vereinnahmen lassen.
Trump hatte den Bau eines Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia angekündigt. Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten für dessen Unterstützung. Das Werk wäre für Audi ein großer Schritt. Die Premiumtochter des Volkswagen-Konzerns betreibt bislang kein eigenes Werk in den USA. Der Bau soll 2027 beginnen, der Produktionsstart ist für Anfang der 2030er-Jahre geplant. Audi will rund vier Milliarden Dollar investieren, etwa 4.500 Arbeitsplätze sollen entstehen.
Während Audi in Europa stärker über Elektroautos, Effizienz und kleinere Modelle wie den kommenden A2 e-tron spricht, gibt es für die USA andere Pläne. Dort geht es nach bisheriger Lesart vor allem um große, teure SUV, die auf dem nordamerikanischen Markt besonders gefragt sind.
Dass Audi in den USA stärker auf große SUV setzt, hat einen einfachen Hintergrund: Der Markt ist groß, lukrativ und bei Fahrzeugen dieser Art besonders aufnahmefähig. Zugleich belasten Zölle den Import aus Europa. Cavallo sagte laut dpa, rein betriebswirtschaftlich könne eine stärkere Fertigung in den USA Sinn ergeben. Offen sei aber unter anderem, ob es im Gegenzug Zollerleichterungen für den gesamten VW-Konzern gebe – und wie belastbar solche Zusagen über einen Regierungswechsel hinaus wären.
Um diese Baureihen geht es in den USA
Dem „Spiegel“ zufolge geht es vor allem um die drei großen SUV Q7, Q8 und Q9. Audi widerspricht dieser Einordnung dem Magazin zufolge nicht.
Der Q9 soll dort Kunden gewinnen, wo Audi bislang kaum vertreten war: im Segment großer Luxus-SUV gegen Mercedes GLS und BMW X7. Mit 5,31 Metern Länge, 2,21 Metern Breite und einem Radstand von 3,14 Metern ist der Q9 der bislang größte Audi. Serienmäßig bietet er sieben Sitzplätze. Je nach Ausstattung rollt er auf bis zu 23 Zoll großen Rädern. Die Türen öffnen und schließen elektrisch, Sensoren sollen Hindernisse erkennen und den Öffnungsvorgang stoppen, falls sich etwa ein Radfahrer nähert.
Auch innen ist der Q9 auf Oberklasse ausgelegt: großes Panoramaglasdach, zahlreiche Displays, optionale Massagesitze, belüftete Sitze, beheizte Armauflagen und Materialien wie Alpakawolle, Holzdekore und Feinnappaleder. Zum Marktstart bietet Audi den Q9 in Deutschland ausschließlich mit einem Dreiliter-V6-Diesel an. Der Motor leistet 299 PS und entwickelt 630 Newtonmeter Drehmoment. In Nordamerika gibt es auch einen SQ9 mit Vierliter-V8-Benzinmotor und 600 PS. Der Preis passt zur Rolle als neues Flaggschiff. In Deutschland startet der Q9 bei 108.400 Euro, in den USA kostet er umgerechnet rund 78.500 Euro.
