DFB-Pokal

Erst Hertha BSC, dann Bremer SV: Dorfclub vor verrückten Tagen

27.10.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Jubel Ende August im Marschweg-Stadion: Das Team des SSV Jeddeloh II gewinnt in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Heidenheim – jetzt wartet Hertha BSC. (Quelle: Carmen Jaspersen/dpa)

1.300 Einwohner und der Traum vom großen Pokal-Coup: Ein Dorfverein fordert Hertha BSC heraus. Nur vier Tage später wartet ein Gegner aus Bremen.

Erst der große Pokalabend gegen Hertha BSC, dann der Regionalliga-Alltag gegen den Bremer SV: Auf den SSV Jeddeloh II warten innerhalb weniger Tage zwei völlig unterschiedliche Aufgaben. Am Mittwoch (28. Oktober, 18 Uhr) empfängt der niedersächsische Dorfverein den Zweitligisten aus Berlin im DFB-Pokal. Schon am Sonntag (15 Uhr) geht es gegen die Bremer um wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Dabei hat Jeddeloh II bereits bewiesen, dass der Viertligist auch große Gegner schlagen kann. In der ersten Pokalrunde besiegte die Mannschaft den Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim überraschend mit 5:2. Gegen Hertha soll nun die nächste Sensation folgen.

Ganzes Dorf fiebert mit: 1.300 Einwohner gegen Berlin

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Hier die Millionenmetropole Berlin, dort Jeddeloh II, eine Bauerschaft der Gemeinde Edewecht im Ammerland mit gerade einmal 1.300 Einwohnern. Fast jeder zweite Dorfbewohner ist Mitglied im örtlichen Sportverein.

„Im Ort ist natürlich der totale Hype“, sagte Edewechts Bürgermeisterin Petra Knetemann der Deutschen Presse-Agentur. Für den Verein sei diese Unterstützung etwas Besonderes. „Da müssen erst mal andere lange für stricken, um das hinzubekommen.“

Die parteilose Bürgermeisterin der Gemeinde Edewecht, zu der Jeddeloh II gehört, Petra Knetemann. (Quelle: Lars Penning/dpa)

Weil der heimische Sportplatz mit seinen rund 2.000 Plätzen zu klein ist, findet die Partie wie schon gegen Heidenheim im Oldenburger Marschwegstadion statt.

Viel zu klein für die große Bühne: Nur rund 2.000 Zuschauer passen an die Heimspielstätte des SV Jeddeloh II, deswegen wird die Partie verlegt. (Quelle: Lars Penning/dpa)

Auch für die Spieler ist der Pokalabend außergewöhnlich. Verteidiger Niklas von Aschegel sprach vom „Spiel des Jahres“, sogar vom „Spiel des Lebens“. Sportchef Olaf Blancke, hauptberuflich Physiotherapeut, muss dennoch zunächst seinem Beruf nachgehen: „Ich gehe ganz normal bis 15 Uhr arbeiten, dann gehe ich zum Fußball.“

Nach Pokal-Kracher wartet der Bremer SV

In der Regionalliga läuft es für Jeddeloh deutlich schlechter. Der Tabellen-13. kämpft um den Klassenerhalt. Anfang Oktober trennte sich der Verein trotz des Pokalerfolgs von Trainer Kristian Arambasic. Sein Nachfolger Burak Bahar arbeitete zuvor unter anderem als Jugendtrainer bei Hertha BSC.

Jeddelohs Trainer Kristian Arambasic steht an der Seitenlinie: Er hofft darauf, dass seine Mannschaft ein weiteres kleines Wunder vollbringt. (Quelle: Carmen Jaspersen/dpa)
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