Zehn Jahre nach der Tat

So erinnert München an die Opfer des OEZ-Anschlags

22.07.2026 – 08:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Zehn Jahre nach dem Anschlag am OEZ findet in Anwesenheit des Bundespräsidenten eine Gedenkfeier statt. (Archivbild) (Quelle: Tobias Hase/dpa/dpa-bilder)

München gedenkt der neun Todesopfer des Anschlags vom 22. Juli 2016 – mit Steinmeier, Schweigeminute und ÖPNV-Stopp. Das rechtsextreme Motiv erkannten Ermittler erst drei Jahre später an.

München gedenkt zehn Jahre nach dem Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum der neun Todesopfer. Mit Trauerbeflaggung, einer Schweigeminute zum Tatzeitpunkt und einem Gedenken gemeinsam mit Bundespräsident erinnert die Stadt an den rassistisch motivierten Anschlag am OEZ.

Am Denkmal am historischen Tatort wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Wort ergreifen. Ebenfalls angekündigt sind Reden von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sowie Angehörigen der Opfer.

Schweigeminute und Trauerbeflaggung

Um 17.51 Uhr wird der Opfer mit einer Schweigeminute gedacht. Für eine Minute stehen dann auch U-Bahnen, Trams und Busse still. Ministerpräsident Markus Söder hat zum Jahrestag Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden in Bayern angeordnet.

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Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger am Olympia-Einkaufszentrum acht Jugendliche und eine erwachsene Frau erschossen, ehe er sich selbst tötete. Weitere Menschen wurden verletzt.

Rechtsextremes Motiv lange nicht anerkannt

Die Ermittlungsbehörden sprachen schnell vom Amoklauf eines Einzeltäters. Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der Rassist Anders Behring Breivik in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 stuften die Ermittler die Tat am OEZ als rechtsextremistisch motiviert ein.

Dieses Motiv sei lange ignoriert oder bagatellisiert worden, kritisiert die Initiative München-erinnern, die Angehörige der Opfer und Überlebende mit weiteren Unterstützern gegründet haben.

Zum Jahrestag fordern Hinterbliebene einen Untersuchungsausschuss. Sie wollen wissen, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Hinweise aus dem Umfeld des 18-Jährigen ernst genommen worden wären – und ob erneut ermittelt werden müsste, um mögliche Hintermänner zu finden und rechte Netzwerke aufzudecken.

Größter Wunsch der Angehörigen sei es dabei, dass sich eine solche Tat nicht wiederhole, hieß es von der Initiative München erinnern. Niemand solle erleben, was sie erlebt hätten.

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