Hamburger Klimaaktivistin

Neubauer deckt Details zur Waffen-SS-Karriere ihres Urgroßvaters auf

Aktualisiert am 31.08.2026 – 07:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Luisa Neubauer (Archivbild): Die Klimaaktivistin hat in einer NS-Datenbanken vieles über ihren Großvater aus Hamburg herausgefunden. (Quelle: IMAGO/Achille Abboud)

Mehr als 200 Treffer zu ihrem Urgroßvater findet Luisa Neubauer in einer NS-Suchmaschine. Was sie über seinen Aufstieg in der SS herausfindet, lässt sie nicht los.

Eine gusseiserne Nähmaschine im Schrank ihrer Großmutter – und ein SS-Aufstieg bis zum Standartenführer: Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat in einem Instagram-Video Details aus der NS-Vergangenheit ihres Urgroßvaters geschildert. Über die NS-Suchmaschine der „Zeit“ seien mehr als 200 Treffer zu ihrem Urgroßvater Alwin Siegfried Fürchtegott Reemtsma aufgetaucht, einem früheren Teilhaber des Hamburger Zigaretten-Imperiums Reemtsma.

In akribischer Genauigkeit sei darin sein Aufstieg dokumentiert: vom ausgebildeten Kaufmann über den Oberleutnant, Hauptscharführer und Sturmbannführer bis zum Obersturmbannführer und schließlich zum Standartenführer – einem der höchsten Offiziersränge. Bereits 1937 sei er in die NSDAP eingetreten, mindestens dreimal habe man ihn für seinen „tatkräftigen Einsatz“ mit Ehrungen ausgezeichnet.

Neu sei für sie gewesen, dass ihr Urgroßvater auch der Waffen-SS angehörte – dem paramilitärischen Arm der SS, der heute als besonders fanatisch und verbrecherisch gilt. In einem handschriftlichen Brief habe er darum gebeten, dorthin versetzt zu werden. Unter den Dokumenten habe sich zudem der sogenannte Ariernachweis gefunden, für den er mittels einer Ahnentafel seine Abstammung belegte.

Jagdhütte in der Lüneburger Heide wird zum SS-Ausweichquartier

Im Oktober 1943 schrieb Alwin laut Neubauer, er werde seine Jagdhütte in der Lüneburger Heide als Ausweichdienststelle für einen SS- und Polizeiführer herrichten, da man davon ausgehe, dass auch Hamburg von Bombenangriffen nicht verschont bleibe. Dazu notierte er: „Obgleich die Engländer große Maßarbeit leisten müssen, um auch wirklich die noch intakten Stadtteile zu erwischen.“

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Im Frühjahr 1944 erkundigte er sich in einem weiteren Schreiben nach der Farbe seiner neuen Uniform-Schulterstücke – die Antwort: rosa. Zur selben Zeit wurden in Europa Hunderttausende Menschen in Konzentrationslagern ermordet, wie Neubauer in dem Video betonte.

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Ausgerechnet in jener Jagdhütte habe später ihre Großmutter Alwin kennengelernt – nicht mehr als SS-Offizier, der nach dem Krieg verurteilt und inhaftiert worden war, sondern als „gebrechlich liebevollen Pensionär“ und zukünftigen Schwiegervater. Zur Verlobung habe er ihr eine gusseiserne Nähmaschine geschenkt, die bis heute im Schrank der Großmutter stehe.

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