Neuer Generalinspekteur

„Fight tonight“: Panzergeneral führt künftig die Bundeswehr

Aktualisiert am 05.11.2026 – 17:12 UhrLesedauer: 3 Min.

Christian Freuding warnt vor der russischen Aufrüstung. (Archivbild) (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Panzergeneral Christian Freuding tritt nach einer militärischen Blitzkarriere an die Spitze der Bundeswehr. Der Neue benennt auch Missstände in der Armee.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) macht Heereschef Christian Freuding, 55, zum neuen Generalinspekteur und damit ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr. Der Generalleutnant werde den Posten im Februar von General Carsten Breuer übernehmen, der bereits zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt wurde, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Donnerstag mit.

Freuding war vor seinem derzeitigen Posten als Heeresinspekteur schon Koordinator der deutschen Militärhilfe für die Ukraine mit tiefen Einblicken in den Kriegsverlauf. Er ist enger militärischer Berater des Verteidigungsministers.

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Breuer hatte sich während der Corona-Pandemie auch im Krisenstab des Bundes einen Namen gemacht. Er zeichnete sich auch durch exzellente Pressearbeit aus. Zudem leitete er die Zeitenwende bei der Bundeswehr ein. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ hatte er erklärt: „Geschwindigkeit ist entscheidend.“ Sein Wechsel zur Nato ist auch eine Anerkennung für die deutsche Verteidigungsleistung innerhalb der Allianz.

Karriere-Militär mit Draht zu Pistorius

Freuding – einst Jahrgangsbester seines Generalstabslehrgangs in Hamburg – hat in weniger als zehn Jahren eine militärische Blitzkarriere hingelegt. Von 2017 bis 2019 war er Adjutant der Bundesministerin der Verteidigung, dann nach einer Station als Kommandeur der Panzerlehrbrigade in Munster Ukraine-Koordinator und Leiter des von Pistorius neu geschaffenen Planungs- und Führungsstabes im Verteidigungsministerium. Im vergangenen Jahr übernahm er die Führung des Heeres. Sein Auftreten ist markant, die Wortwahl markig: „Wir sind bereit für den ‚Fight tonight'“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Boris Pistorius (l.) und Carsten Breuer gehen getrennte Wege. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Verteidigungsminister Pistorius lobte den Karriere-Offizier bei der Bekanntgabe der Personalie. Als Leiter des Ukraine-Sonderstabs habe Freuding die rasanten technischen Entwicklungen in Russlands Krieg gegen die Ukraine analysiert und Rückschlüsse für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gezogen. In kürzester Zeit habe er dann als Inspekteur des Heeres die richtigen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt. So lasse er nun das erste Drohnenregiment im Heer aufstellen. „Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass er auch in Zeiten großer Veränderungen und Herausforderungen einen kühlen Kopf bewahrt, schnell richtige Entscheidungen trifft und umsetzt“, erklärte Pistorius.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), bezeichnete Freuding als ausgezeichneten Offizier mit tiefem Verständnis für die sicherheitspolitischen Herausforderungen dieser Zeit. Er sagte der „Rheinischen Post“: „Als künftiger Generalinspekteur steht er vor einer gewaltigen Aufgabe: Er muss die Zeitenwende konsequent in die Truppe tragen und dafür sorgen, dass aus politischen Entscheidungen konkrete militärische Fähigkeiten werden.“

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