Eilmeldung
Olympia-Bewerbung: Kölner Konkurrent will sich zurückziehen
Aktualisiert am 23.09.2026 – 16:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Kurz vor der DOSB-Entscheidung verschiebt sich das Feld der deutschen Olympia-Bewerber. Berlin will laut Bericht seine Kandidatur zurückziehen.
Kurz vor der Entscheidung über Deutschlands Olympia-Kandidaten verändert sich das Bewerberfeld offenbar entscheidend: Berlin will seine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zurückziehen. Damit würden nur noch KölnRheinRuhr und München um die deutsche Kandidatur konkurrieren. Das berichtet der „Tagesspiegel“.
Die Entscheidung über den deutschen Bewerber fällt bereits am Samstag, 26. September. Dann stimmt eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden darüber ab, welches Konzept Deutschland im internationalen Bewerbungsverfahren um Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten soll.
Bislang waren Berlin, München und KölnRheinRuhr im Rennen. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ berieten Berlins Olympiabeauftragter Kaweh Niroomand, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und Sportsenatorin Iris Spranger am Mittwoch über einen sofortigen Rückzug. Für Donnerstag ist dem Bericht zufolge eine Pressekonferenz angekündigt, bei der die Gründe erläutert werden sollen.
Olympische Spiele: Berlin landet bei DOSB-Evaluierung hinter Rhein-Ruhr
Dem möglichen Rückzug war die Veröffentlichung des Evaluierungsberichts des DOSB vorausgegangen. Darin wurden die Konzepte der drei verbliebenen Bewerber anhand verschiedener Kriterien bewertet. Berlin erreichte 75 von 100 Punkten. Rhein-Ruhr kam auf 85 Punkte, München auf 87. Die Evaluierung gilt als reine Empfehlung.
Für Berlin kam ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: Anders als in Nordrhein-Westfalen und München gab es dort kein Referendum über die Olympia-Bewerbung. Der DOSB weist darauf hin, dass ein positives Votum zwar keine formale Voraussetzung für eine Bewerbung ist, eine solche Abstimmung aber gesellschaftliche und politische Stabilität für das Vorhaben unterstreichen könne. In KölnRheinRuhr und München hatten sich bei Bürgerentscheiden jeweils rund zwei Drittel der Abstimmenden für eine Bewerbung ausgesprochen. Berlin verfügte stattdessen über einen mit Zweidrittelmehrheit gefassten Beschluss des Abgeordnetenhauses.
Hinzu kommt die veränderte politische Lage in Berlin. Nach der Berliner Wahl erklärte die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, mit Blick auf die Bewerbung, sie gehe davon aus, dass sich die Entscheidung erledigt habe.
Köln ist Zentrum der NRW-Bewerbung
Für Nordrhein-Westfalen würde der Berliner Rückzug bedeuten, dass sich die nationale Auswahl auf KölnRheinRuhr und München verengt. Köln nimmt innerhalb der gemeinsamen NRW-Bewerbung die Rolle der „Leading City“ ein. Insgesamt gehören 17 Kommunen zum Konzept der Region.
Sollte Berlin seinen Rückzug wie berichtet vollziehen, entscheidet die DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag damit zwischen den Konzepten aus München und KölnRheinRuhr.
