Verhängnisvoller „Projektvorschlag“
Bundestag warnt vor Phishing-Attacke von „Nius“-Adresse
23.09.2026 – 17:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Konzertierte Attacke auf Politiker aus Bund und Ländern: Mit einer E-Mail von einer Adresse des Online-Portals „Nius“ sollten offenbar Zugangsdaten erbeutet werden.
Die Bundestagsverwaltung hat am Mittwoch in einer Mail an alle Abgeordneten vor einer aktuell laufenden Phishing-Kampagne gegen Mitglieder des Bundestags gewarnt. Bei Phishing wird versucht, unter Vorspiegelung eines anderen Zwecks an Passwörter oder persönliche Daten zu gelangen. Die IT-Sicherheit des Bundestags warnte, Nutzer sollten keinesfalls den Anhang in einer Mail des Online-Mediums „Nius“ öffnen. Nach t-online-Informationen sind auch Büros von Landtagsabgeordneten Ziel geworden. Betroffen sind Abgeordnete verschiedener Parteien.
Bislang t-online vorliegenden Informationen zufolge ist das Unheil seit spätestens Dienstag unterwegs: kompromittierte Mails mit der Adresse eines Mitarbeiters von „Nius“ als Absender. Die E-Mail enthielt eine PDF-Datei mit einem angeblichen Projektvorschlag. Das PDF sollte Nutzer aber offenbar zu einer Seite weiterleiten, auf der Zugangsdaten eingegeben werden konnten.
Am Mittwoch sendete die Redaktion von „Nius“ eine Mail mit dem Betreff „Sicherheitsinformation: Ausgesendete Phishing-E-Mails“. Darin wurde vor der früheren Nachricht gewarnt, die unter dem Namen eines Mitarbeiters verschickt worden war. Darin fand sich die vermeintliche Bitte, „den beigefügten Projektvorschlag so bald wie möglich“ zu prüfen. Auf diese Weise Druck auszuüben und Nutzer zu schnellem Handeln zu bringen, ist bei Phishing-Versuchen eine übliche Methode.
In der zweiten Nachricht bat „Nius“ um Entschuldigung und teilte mit: „Falls Sie bereits Zugangsdaten eingegeben haben, ändern Sie Ihr Passwort bitte umgehend und informieren Sie Ihren IT-Ansprechpartner. Unser IT Team hat alle notwendigen Maßnahmen bereits eingeleitet.“
Unklar ist, an wie viele Empfänger die Mail gegangen ist und wie viele dort auch möglicherweise bereits Opfer von Phishing geworden sind. t-online hat Nius für eine Stellungnahme angefragt und wird den Text aktualisieren. Das Portal hatte in der Vergangenheit bereits einmal einen schweren Sicherheitsvorfall einräumen müssen: Unbekannte hatten auf eine Datenbank mit Informationen von 5.700 Abonnenten zugreifen können und sie veröffentlicht.