20.000 Kündigungen, 7 Werke dicht
Das brutalste Comeback der Autowelt
29.04.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Autobauer Nissan stand kurz vor dem Aus. Doch mit einer Strategie der harten Hand und massiven Entlassungen meldet sich der Konzern nun völlig überraschend in der Gewinnzone zurück. Sogar für Deutschland gibt es jetzt einen gewagten Plan.
Nissan hat die Wende geschafft. Nur ein Jahr nach dem Start des radikalen Sanierungsprogramms „Re:Nissan“ korrigiert die Konzernführung ihre Erwartungen drastisch nach oben. Konzernchef Ivan Espinosa hat sein Ziel erreicht: Das Unternehmen verdient wieder Geld. Der Preis für die Rettung ist ein beispielloser Kahlschlag.
Die neuen Zahlen überraschen die Branche. Statt des befürchteten operativen Verlusts von 60 Milliarden Yen meldet Nissan nun einen Gewinn von 50 Milliarden Yen (rund 267,5 Millionen Euro).
Zwei Faktoren begünstigten diesen Umschwung: Ein schwacher Yen steigerte den Wert der Auslandseinnahmen und in den USA entlasteten gelockerte Abgasregeln die Bilanz. Nissan konnte dadurch hohe Rückstellungen auflösen, die ursprünglich für Umweltauflagen vorgesehen waren.
Die finanzielle Genesung erkauft sich der Konzern durch massive Einschnitte. Da der weltweite Absatz zuletzt um fast sechs Prozent auf 3,15 Millionen Fahrzeuge schrumpfte, greift Espinosa zu drastischen Mitteln.
Die Probleme sitzen tief. Nissan leidet unter veralteten Modellen: Während die Rivalen Toyota und Honda ihre Fahrzeuge stetig modernisierten, blieb die Technik bei Nissan seit 2021 fast stehen. Vor allem in den USA fehlen konkurrenzfähige Hybridautos des Herstellers. In China brach der Absatz massiv ein – und damit versiegte die Quelle für nötige Milliardeninvestitionen.
Trotz des globalen Schrumpfkurses will Nissan in Deutschland angreifen. Das Management verfolgt hier ein fast schon provokantes Ziel: Während weltweit Werke schließen, soll der Absatz in Deutschland kräftig steigen. Deutschland-Chef Pascal Michaeli will die Verkaufszahlen bis 2027 auf 50.000 Fahrzeuge steigern. Ein mutiges Versprechen. Denn im vergangenen Jahr verkaufte Nissan in Deutschland nur 30.000 Autos.
