Trotz Mette-Marits Zustand
Gericht entscheidet: Høiby bleibt in Haft
Aktualisiert am 10.06.2026 – 12:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Aufgrund des gesundheitlichen Zustands seiner Mutter hatte Marius Borg Høiby beantragt, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Jetzt hat das Gericht entschieden.
Das Berufungsgericht in Oslo hat an diesem Mittwoch eine Entscheidung getroffen und den Antrag von Marius Borg Høiby, früher aus der Untersuchungshaft freizukommen, abgelehnt. Das berichten mehrere norwegische Medien, unter anderem die Zeitung „VG“.
Am Montag hatte das Landgericht die Freilassung von Marius Borg Høiby, des Sohns der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, angeordnet. Die Gerichtsentscheidung sollte es dem wegen mehrfacher Vergewaltigung angeklagten 29-Jährigen ermöglichen, die Zeit bis zur Urteilsfällung bei seiner schwer kranken Mutter zu verbringen. Doch die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein – und das Berufungsgericht teilte die Entscheidung des Landgerichts nicht. Denn man sei nicht der Ansicht, dass Høibys Rückfallgefahr erheblich gesunken sei.
„Sehr, sehr enttäuscht“
„Wir sind sehr, sehr enttäuscht. Ich finde die Entscheidung fast unverständlich“, sagte Høibys Verteidigerin Ellen Holager Andenæs jetzt zu „VG“. Wenn möglich, wolle man nun noch einmal Berufung einlegen.
Marius Borg Høiby ist seit über vier Monaten in Untersuchungshaft. Von Anfang Februar bis Mitte März musste er sich wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht verantworten, darunter der Vorwurf der Vergewaltigung von vier Frauen sowie Gewalt gegen eine frühere Freundin. Das Urteil wird am 15. Juni verkündet. Die Staatsanwaltschaft forderte sieben Jahre und sieben Monate Haft. Die Verteidigung verlangte einen Freispruch von den Vergewaltigungsvorwürfen. Marius Borg Høiby bestreitet die schwerwiegendsten Vorwürfe.

Høiby Mutter, Prinzessin Mette-Marit, leidet an einer 2018 diagnostizierten Lungenfibrose. Ihr Zustand ist zuletzt deutlich schlechter geworden. Sie steht seit Kurzem auf der Warteliste für eine Lungentransplantation, wie der Palast vergangene Woche mitgeteilt hatte. Sie nimmt keine Termine wahr, Familienmitglieder haben ihre Terminkalender an die Umstände angepasst.
„Eingesperrt zu sein, während meine Mutter so krank ist, ist unerträglich“, hatte Hoiby am Montag vor dem Bezirksgericht Oslo gesagt, wie der Sender NRK berichtete. Das Gericht stellte zwar die Gefahr eines Rückfalls Høibys im Falle einer Freilassung fest, entschied jedoch, dass es angesichts des Gesundheitszustands seiner Mutter unverhältnismäßig sei, ihn bis zur Urteilsverkündung in Haft zu halten. Das Berufungsgericht urteilte nun anders.
