Traditionsfirma aus Nachbarland
Traktor-Hersteller verlegt Produktion nach Asien
13.07.2026 – 15:59 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Industrie in der Europäischen Union verliert zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Jetzt zieht ein Fahrzeughersteller Konsequenzen.
Der tschechische Traditionshersteller Zetor beendet nach 80 Jahren die Produktion von Traktoren in seinem Heimatland. Die Fertigung werde wegen hoher Kosten nach Asien verlagert, teilte das 1946 gegründete Unternehmen am Montag mit. „Die Herstellung von kleinen und mittelgroßen Traktoren in Europa ist unter den derzeitigen Bedingungen nicht sinnvoll“, erklärte Betriebsdirektor Robert Harman. Die Industrie in der Europäischen Union hat im Vergleich zu den USA und China mit deutlich höheren Energiepreisen zu kämpfen.
Für die künftige Produktion will Zetor ein bestehendes Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) in Indien nutzen, wo bereits in den vergangenen Jahren die meisten Traktoren der Marke vom Band liefen. Zudem suche das Unternehmen nach einem Partner in China.
Zur Begründung hieß es, Materialien seien in China oder Indien um 30 bis 35 Prozent günstiger. Viele Zulieferer hätten sich ebenfalls aus Europa nach Asien verlagert, was die Importkosten für Zetor erhöht habe. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben 1500 Traktoren.
Durch die Verlegung der Fertigung fallen in Tschechien 33 Arbeitsplätze weg. Die Unternehmenszentrale mit den Abteilungen für Service, Logistik, Vertrieb und Marketing bleibe jedoch erhalten, hieß es weiter. Der Produktionsplan für das laufende Jahr sei von der Umstellung nicht betroffen, teilte Zetor weiter mit.
