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Gesundheit

Zahl der Erkrankten könnte auf 2,1 Millionen steigen

wochentlich.deBy wochentlich.de16 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Zahl der Erkrankten könnte auf 2,1 Millionen steigen
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Große regionale Unterschiede

Forscher warnen vor Demenzwelle


16.06.2026 – 06:54 UhrLesedauer: 2 Min.

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Einsamer älterer Mann: Einsamkeit ist ein wesentlicher Risikofaktor für Demenz. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Dmitrii Marchenko/imago)

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Die Zahl der Demenzerkrankten wird sich in Deutschland in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, warnen Forscher. Das stellt einzelne Regionen vor enorme Herausforderungen.

Die Demografie trifft Deutschland gleich doppelt: Die Zahl der Demenzerkrankten könnte bis 2060 von derzeit 1,3 auf 2,1 Millionen steigen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter, die deren Versorgung übernehmen können. Dies zeigt eine aktuelle Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sowie der Universitäten Trier, Rostock und Köln.

Kamen im Jahr 2020 noch 38 erwerbsfähige Personen auf einen Demenzfall, könnten es 2060 nur noch 21 Personen sein. „Es werden also deutlich mehr Demenzfälle von weniger Personen zu versorgen sein“, warnen die Forscher.

Regionale Unterschiede verschärfen sich

Bestehende regionale Unterschiede werden sich zudem weiter verschärfen. Schon heute gibt es deutliche Unterschiede zwischen städtischen Regionen mit relativ junger Bevölkerung und ländlichen Gebieten mit vergleichsweise alter Bevölkerung. Kommt in der baden-württembergischen Universitätsstadt Tübingen derzeit ein Demenzkranker auf 100 Einwohner, liegt die sogenannte Demenzprävalenz in der brandenburgischen Prignitz bei 2,6 Prozent. Für das Jahr 2060 sagen die Forscher eine Spanne von 1,7 Prozent in München und 6,2 Prozent im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster voraus.

Der Unterschied zwischen der Region mit der höchsten und der niedrigsten Demenzprävalenz beträgt damit mehr als das 3,5-Fache. Hohe Demenzprävalenzen werden insbesondere für ländliche Regionen im Osten Deutschlands prognostiziert.

Noch problematischer ist das Verhältnis zwischen Erkrankten und Menschen in erwerbstätigem Alter. So sei in einzelnen Landesteilen zu erwarten, dass auf 100 Erwerbstätige knapp 21 Demenzerkrankte kommen. Das bedeutet: Pro Demenzerkranktem gibt es potenziell nur fünf Menschen, die dessen Versorgung übernehmen könnten.

Prävention kann Anstieg abfedern

Allerdings ist das hier gezeichnete Szenario nicht unvermeidlich. Die Prognose zeigt auch, dass sich die Zahl der Demenzerkrankten durch zielgerichtete Präventionsmaßnahmen deutlich senken lässt. So ließe sich – nach heutigem Stand der Wissenschaft – gut die Hälfte der Demenz-Neuerkrankungen durch Maßnahmen wie eine bessere Prävention von Bluthochdruck und Diabetes vermeiden. Werden diese Maßnahmen umgesetzt, könnte die Zahl der Demenzerkrankten im Jahr 2060 nur bei 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen liegen.

„Unsere Ergebnisse zeigen klar: Demenz ist eine ganz konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene. Die regionalen Unterschiede werden größer. Darauf müssen sich Versorgungsstrukturen, Pflegeangebote und Kommunalpolitik einstellen“, betont WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder. Gleichzeitig betonte er die hohe Bedeutung von Präventionsmaßnahmen. „Die Prävention von Demenz ist nicht nur gesundheitspolitisch sinnvoll, sondern auch sozial- und wirtschaftspolitisch dringend geboten – bei gleichzeitigem Aufbau von Versorgungsstrukturen, damit sich abzeichnende regionale Engpässe in der Versorgung vermieden werden können.“

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