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You are at:Home»Panorama»Winter-Wetter 2026 | El Niño und 100-jähriger Kalender: Schnee oder mild?
Panorama

Winter-Wetter 2026 | El Niño und 100-jähriger Kalender: Schnee oder mild?

wochentlich.deBy wochentlich.de10 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Viel Schnee und wochenlange Minustemperaturen – oder doch wieder nur ein weiterer milder Winter? Eine alte Schrift meint es ganz genau zu wissen.

Der September endet regnerisch, der Oktober fängt ebenso nass an. Es folgen schöne Tage, bis am 16. November der erste Frost bevorsteht. Pünktlich am 1. Dezember fällt viel Schnee. Dann schneit es bis Februar. Von Mitte Februar bis Anfang März kommt eine große Kälte.

So zumindest steht es im sogenannten Hundertjährigen Kalender, der auf einen deutschen Abt namens Mauritius Knauer zurückgeht und der bis heute von vielen zurate gezogen wird, um einen Wetterausblick auf die kommenden Monate zu erhalten. „Hundertjähriger Kalender: So turbulent wird dieser Herbst“ oder „Hundertjähriger Kalender: Wann fällt in diesem Winter der erste Schnee?“ sind aktuelle Artikel auf großen Nachrichtenseiten überschrieben.

Hundertjähriger Kalender: Das steckt dahinter

Der Abt Knauer lebte im 17. Jahrhundert im Zisterzienserkloster Langheim in Oberfranken und hatte großes Interesse an Astronomie und Meteorologie. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wollte er die am Boden liegende Wirtschaft seines Klosters wieder aufrichten und dafür seine Mönche in die Lage versetzen, das Wetter möglichst präzise vorherzusagen.

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Wo NRW im Herbst besonders fotogen ist

Quelle: Glomex

Sein Ansatz: Alles Irdische wird von den himmlischen Körpern bestimmt. Den größten Einfluss hätten die sieben „Planeten“ Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond, glaubte der Abt. Nachdem er mehrere Jahre die Natur beobachtet hatte, war er überzeugt, dass sich das Wetter in einem siebenjährigen Zyklus wiederholt und jedem Jahr ein Himmelskörper zugeordnet werden kann. Der Mars sei beispielsweise für besonders heiße und trockene Jahre verantwortlich – der Merkur hingegen, der Knauers Zyklustheorie folgend auch die Monate bis zum Ende des kommenden Winters beherrscht, für eher wechselhaftes, unbeständiges Wetter.

„Für seine Zeit war das durchaus fortschrittliches Denken“

Nun ist mittlerweile einiges klarer als noch im 17. Jahrhundert: etwa, dass Sonne und Mond gar keine Planeten sind. Aber vielleicht bestimmen der Fixstern des irdischen Sonnensystems und der Erdtrabant das Wetter ja doch irgendwie? Oder ist der Hundertjährige Kalender am Ende nur so unzuverlässig wie ein Horoskop – und geht eher in Richtung Hokuspokus?

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„Das würde ich so nicht sagen“, erklärt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung auf Anfrage von t-online. Der Kalender sei keine Scharlatanerie. Er sei ein ernst gemeinter historischer Versuch der Wettervorhersage, lange bevor es Thermometer, Wetterkarten oder ein physikalisches Verständnis der Atmosphäre gab: „Für seine Zeit war das durchaus fortschrittliches Denken.“

Knauer habe jedoch nur wenige Jahre lang das Wetter an einem einzigen Ort beobachtet. Damit heute den Winter für ganz Deutschland oder Europa vorhersagen zu wollen, sei unmöglich. „Die Planeten haben keinen Einfluss auf unser Wetter“, betont Jung. „Und ein starres Sieben-Jahres-Schema widerspricht allem, was wir über die Atmosphäre wissen.“

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