Jesús de Miguel

Warum ein Brustkorbtrauma tödlich sein kann


05.11.2026 – 16:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Blumen, Kerzen und Botschaften erinnern an den verstorbenen Fußballprofi Jesús de Miguel. (Quelle: IMAGO/Andres Gutierrez/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Jesús de Miguel soll an den Folgen eines Brustkorbtraumas gestorben sein. Was genau ist das für eine Verletzung? Und wann kann sie zum Tod führen?

Nach einem Zusammenstoß mit Torwart Jesús Owono erlitt Fußballprofi Jesús de Miguel einen Herzstillstand. Einen Tag später starb er im Krankenhaus. Medienberichten zufolge deutet der vorläufige Obduktionsbefund auf ein „unfallbedingtes Brustkorbtrauma“ als Todesursache hin.

Der Fall zeigt, wie gefährlich ein heftiger Aufprall auf den Brustkorb sein kann. Denn dabei können nicht nur Rippen und Lunge verletzt werden, sondern auch das Herz.

Was ist ein Brustkorbtrauma?

Ein Brustkorbtrauma ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Verletzung des Brustkorbs. Bei einem stumpfen Trauma trifft starke Gewalt auf den Körper, ohne ihn zu durchdringen. Dabei können nicht nur die Rippen, sondern auch die Organe Schaden nehmen, die im Brustkorb liegen, also Lunge, Herz und große Blutgefäße. In schweren Fällen kann die Sauerstoffversorgung oder der Kreislauf zusammenbrechen.

Wie führt ein Brustkorbtrauma zum Herzstillstand?

Es gibt mehrere Wege, auf denen ein Schlag gegen den Brustkorb das Herz zum Stillstand bringen kann:

  • Trifft ein Schlag die Herzregion in einer besonders empfindlichen Phase des Herzzyklus, kann er die elektrische Erregung des Herzens stören und lebensgefährliches Kammerflimmern auslösen. Das Herz zuckt dann ungeordnet, statt Blut zu pumpen. Diese sogenannte Commotio cordis (Herzerschütterung) ist selten und kann auch ohne erkennbare strukturelle Herzverletzung auftreten.
  • Darüber hinaus kann es zu einer sogenannten Herzprellung kommen, bei der der Herzmuskel verletzt wird.
  • Auch Blutungen, eine Verletzung der Lunge oder ein Spannungspneumothorax können lebensbedrohlich werden. Bei einem Spannungspneumothorax sammelt sich Luft unter zunehmendem Druck im sogenannten Pleuraspalt zwischen Lunge und Brustwand. Dadurch wird die betroffene Lunge zusammengedrückt. Der steigende Druck im Brustkorb kann zugleich den Rückfluss des Blutes zum Herzen behindern und einen lebensgefährlichen Kreislaufzusammenbruch auslösen.

Was bei de Miguel den Herzstillstand verursacht hat, ist allerdings noch nicht öffentlich bekannt.

Brustkorbtrauma: Wie merkt man, dass das Herz betroffen ist?

Ob bei einem heftigen Aufprall auf den Brustkorb auch das Herz verletzt wurde, lässt sich von außen nicht immer erkennen. Bei einer Commotio cordis kann der Betroffene unmittelbar nach dem Aufprall zusammenbrechen. Bei einer Herzprellung oder anderen Thoraxverletzungen können dagegen Brustschmerz, Atemnot, Herzrasen oder Schwindel auftreten. Manche Betroffene werden plötzlich schwach oder verlieren das Bewusstsein.

Besonders gefährlich ist eine schwere Herzrhythmusstörung: Dann kann der Kreislauf innerhalb weniger Sekunden versagen, ohne dass vorher Beschwerden bestanden haben.

Um festzustellen, ob das Herz betroffen ist, untersuchen Ärzte zunächst seine elektrische Aktivität mit einem Elektrokardiogramm (EKG). Damit lassen sich unter anderem Herzrhythmusstörungen erkennen. Zusätzlich wird häufig der Blutwert Troponin bestimmt. Das ist ein Eiweiß, das bei einer Schädigung von Herzmuskelzellen vermehrt ins Blut gelangt. Ein erhöhter Wert kann deshalb auf eine Verletzung des Herzmuskels hinweisen.

Bei Verdacht auf eine schwerere Verletzung kann außerdem ein Herzultraschall nötig sein. Damit sehen Ärzte, ob das Herz noch richtig pumpt oder sich beispielsweise Blut im Herzbeutel angesammelt hat. Je nach Befund müssen die Untersuchungen wiederholt und der Herzrhythmus überwacht werden.

Wichtig ist: Auch wenn äußerlich keine Verletzung zu sehen ist, kann das Herz betroffen sein.

Wie läuft die Behandlung bei einer solchen Verletzung ab?

Wenn ein Mensch nach einem Aufprall bewusstlos wird und nicht mehr normal atmet, muss sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann ein Defibrillator helfen, das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen. Gleichzeitig müssen Notärzte prüfen, ob innere Blutungen, Verletzungen der Lunge oder andere Schäden vorliegen, die den Kreislauf gefährden.

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