Neue Studie

Was Einsamkeit mit der Gesundheit macht


24.09.2026 – 15:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Ältere, gedankenverloren wirkende Frau (Symbolbild): Viele sowohl ältere als auch jüngere Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

Einsam oder sozial isoliert zu sein, ist auch ein gesundheitliches Problem. Eine neue Studie zeigt, mit welchen Auswirkungen Betroffene rechnen müssen.

Einsamkeit und soziale Isolation können gesunde Lebenszeit kosten: Menschen, die sich einsam fühlen und/oder sozial isoliert sind, verlieren einer neuen großen Langzeitstudie zufolge bis zu durchschnittlich fast sechs krankheitsfreie Jahre. Sie erkranken früher und häufiger – sowohl psychisch als auch körperlich.

Gut zu wissen

Einsamkeit und soziale Isolation sind nicht dasselbe. Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl: Betroffene fühlen sich allein oder ausgeschlossen, auch wenn sie Menschen um sich haben. Soziale Isolation bedeutet hingegen, dass jemand tatsächlich nur wenige Kontakte und Beziehungen hat.

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Auswirkungen nur lückenhaft bekannt

Einsamkeit und soziale Isolation sind weitverbreitet. In den westlichen Industrieländern trifft mindestens einer der beiden Zustände schätzungsweise auf rund ein Drittel der Menschen zu. Dass sie mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen sowie mit einem erhöhten Sterberisiko in Zusammenhang stehen, haben bereits einige Studien gezeigt. In welchem Maße sie sich auf die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität einzelner Betroffener auswirken, ist jedoch nach wie vor unklar.

Studie mit mehr als 277.000 Menschen

Das wollte ein Forschungsteam um Xuan Wang von der Fudan University in Shanghai (China) und der Tulane University in New Orleans (USA) mit seiner neuen Studie ändern. Dazu nutzte es Daten der UK Biobank von 277.489 Erwachsenen, die zu Studienbeginn zwischen 40 und 69 Jahre alt und frei von körperlichen oder psychischen Erkrankungen waren.

Das Forschungsteam ermittelte zunächst, wie viele teilnehmende Personen sich einsam fühlten und/oder sozial isoliert waren. Dann erfasste es, wie lange sie in den nachfolgenden gut 13 Jahren gesund blieben und ob beziehungsweise wann sie bestimmte schwerwiegende chronische Erkrankungen entwickelten: nämlich Depression, Ängste, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen und chronische Atemwegserkrankungen.

Psychisch sind Männer wohl stärker betroffen

Die Auswertung ergab, dass Einsamkeit gepaart mit sozialer Isolation deutliche Auswirkungen auf die krankheitsfreie Lebenszeit hat: Frauen verloren dadurch im Schnitt drei gesunde Jahre, Männer 2,2.

Am auffälligsten war der Zusammenhang bei den psychischen Erkrankungen: Frauen, die sowohl einsam als auch sozial isoliert waren, entwickelten im Schnitt 3,7 Jahre früher Depressionen und/oder Ängste als solche, die weder einsam noch sozial isoliert waren. Bei Männern betrug dieser Unterschied sogar 5,8 Jahre.

Die körperlichen Erkrankungen hingegen traten bei den einsamen und sozial isolierten Frauen 2,4 Jahre und bei den entsprechenden Männern 1,7 Jahre früher auf.

Gesunder Lebensstil hilft – aber nicht immer

Die Studie zeigt aber auch: Wer sozial isoliert ist, kann die damit verbundenen gesundheitlichen Nachteile offenbar teilweise selbst abmildern – und zwar durch einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung, gutem Schlaf und Nichtrauchen.

Bei Einsamkeit scheint dies allerdings nicht zu funktionieren: Diejenigen, die sich einsam fühlten, konnten die negativen Auswirkungen nicht mit einem gesunden Lebensstil ausgleichen. Dies deutet darauf hin, dass sich Einsamkeit nicht allein auffangen lässt, sondern speziellere Hilfsangebote erfordert.

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