Gedenken an NS-Opfer in Sachsen

AfD und CDU stimmen gemeinsam gegen „Stolpersteine“

24.09.2026 – 20:29 UhrLesedauer: 1 Min.

Stolpersteine vor ihrer Verlegung in einen Gehweg in Sachsen-Anhalt (Archivfoto): Im sächsischen Heidenau sollen keine weiteren Gedenksteine verlegt werden. (Quelle: Hendrik Schmidt)

Stolpersteine seien keine geeignete Form der Erinnerung, heißt es zur Begründung: In Heidenau sollen deshalb keine weiteren der Gedenksteine verlegt werden.

Stadträte von AfD und CDU haben gemeinsam gegen die Verlegung weiterer sogenannter Stolpersteine in Heidenau (Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) gestimmt. In einer geheimen Abstimmung sprachen sich am Donnerstagabend 13 Stadträte für das Verbot aus, sechs dagegen und einer enthielt sich, berichtet „Bild“. AfD, CDU und das „Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie“ hatten die Beschlussvorlage eingebracht.

Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfinden, hieß es zur Begründung. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so „dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist“.

Stolpersteine gibt es seit den 90er-Jahren

Die Stadtverwaltung hatte empfohlen, die Vorlage abzulehnen. „Das Gedenken sollte auch künftig sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden“, hieß es in einer Stellungnahme.

In Heidenau gibt es bereits Stolpersteine an zwei Standorten – zur Erinnerung an den früheren Heidenauer Bürgermeister Paul Gröger. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz mit Sitz im benachbarten Pirna die Verlegung weiterer Stolpersteine beantragt.

Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 90er-Jahren. Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.

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