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Politik

Parteien suchen Einigung zum Thema Antisemitismus in Berlin

wochentlich.deBy wochentlich.de7 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Nach der Wahl in Berlin

Parteien suchen Einigung zum Thema Antisemitismus in Berlin

Aktualisiert am 07.10.2026 – 19:59 UhrLesedauer: 3 Min.

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Eine Delegation der Berliner Linken traf sich im Haus der Statistik mit Vertretern von Grünen und SPD. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Schon dreimal haben sich Linke, Grüne und SPD in Berlin getroffen, um über das Thema Antisemitismus zu sprechen. Ergebnisse wurden bisher nicht bekannt. Wie geht es weiter?

Bei ihren Gesprächen mit Blick auf eine mögliche Regierungsbildung haben Linke, Grüne und SPD in Berlin bisher keine Einigung bekanntgegeben. Zweieinhalb Wochen nach der Wahl zum Berliner Landesparlament suchen die drei Parteien nach dpa-Informationen weiter nach einer gemeinsamen Linie zum konsequenten Umgang mit Antisemitismus.

Nach dem dritten sogenannten Vorgespräch verließ das Spitzenpersonal der drei Parteien am späten Nachmittag den Tagungsort, ohne einen Kommentar zu den Inhalten abzugeben. Eine Verständigung darüber gilt allerdings als Voraussetzung für den Beginn von Sondierungen mit Blick auf eine mögliche Regierungsbildung in der Hauptstadt unter linker Führung.

Schon am Donnerstag soll es deshalb eine weitere Zusammenkunft geben – in der Hoffnung, bei dem in Berlin zuletzt heftig diskutierten Thema dann tatsächlich über die Ziellinie zu kommen.

Linke steht in der Kritik

Schon seit längerem stehen Teile der Berliner Linken wegen ihrer Positionen zu Israel und Palästina und zum Antisemitismus immer wieder in der Kritik. Dabei geht es zum Teil um Äußerungen einzelner Linke-Mitglieder, die als antisemitisch kritisiert werden.

Für Wirbel sorgte eine Wahlparty der Neuköllner Linken am 20. September. Dabei waren sowohl ein Oberhaupt eines arabischstämmigen und zum Teil kriminellen Clans als auch ein umstrittener propalästinensischer Aktivist anwesend. Er soll der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahestehen, die von der EU als Terrororganisation eingestuft ist.

Das hat auch bei den möglichen Koalitionspartnern für Irritationen gesorgt. Grüne und SPD mahnten daraufhin eine gemeinsame Verständigung zu den Themen Antisemitismus, Rassismus und organisierte Kriminalität an, bevor Sondierungsgespräche beginnen.

Sondierungen sind die Vorstufe von Verhandlungen über eine Regierungskoalition. Dabei stecken die Beteiligten zunächst ab, welche Inhalte ihnen besonders wichtig sind und ob ihnen Koalitionsverhandlungen überhaupt erfolgversprechend erscheinen.

Koalitionsverhandlungen sind bisher nicht absehbar

Falls ja, wird über die einzelnen Themenfelder von Klimaschutz bis Haushalt und von Verkehrs- über Bildungs- bis zur Innenpolitik gesprochen. Soweit sind die drei Parteien in Berlin aber noch nicht.

Die Alternativen zu Rot-Grün-Rot sind jedoch überschaubar. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent mit Abstand stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent).

Die bisher regierende Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit im Landesparlament verloren. Die Linke setzt nun auf eine rot-grün-rote Koalition. Wenn es dazu kommt, könnte sie mit ihrer Spitzenkandidatin und Co-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp erstmals eine Regierende Bürgermeisterin in Berlin stellen.

Rechnerisch möglich wäre auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD, falls Linke, Grüne und Sozialdemokraten nicht zueinanderfinden sollten. In der SPD ist auch über die Möglichkeit diskutiert worden, eine Minderheitsregierung aus Linke und Grünen zu tolerieren. Angesichts der Herausforderungen, die in Berlin anstehen, angefangen von der Notwendigkeit, einen neuen Haushalt aufzustellen, gilt das allerdings mindestens als problematisch.

Skepsis gegenüber Rot-Grün-Rot

Andererseits hat es für ein rot-grün-rotes Regierungsbündnis zuletzt viel Gegenwind gegeben. Der „Berliner Appell für Verantwortung“ etwa warnte erst kürzlich vor einer Koalition mit der Linken.

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