Nach dem „Emma“-Aus

Ex-Chefredakteurin schießt öffentlich gegen Alice Schwarzer

22.10.2026 – 04:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Alice Schwarzer: Die Feministin hat die Einstellung der Zeitschrift „Emma“ angekündigt. (Quelle: IMAGO/Willy C. Randerath/imago)

Die Journalistin Lisa Ortgies war „Emma“-Chefredakteurin. Alice Schwarzer nannte sie in der „Zeit“ eine „Fernsehfrau“ – das lässt Ortgies nicht stehen.

Die Journalistin und ehemalige Chefredakteurin des in Köln erscheinenden feministischen Magazins „Emma“, Lisa Ortgies, kontert Aussagen von Alice Schwarzer aus einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. Hintergrund ist Schwarzers angekündigtes Ende des feministischen Magazins „Emma“.

In dem „Zeit“-Interview hatte Schwarzer Ortgies als „Fernsehfrau“ bezeichnet. Das lasse sie nicht stehen, schrieb Ortgies in ihrer Stellungnahme.

Lisa Ortgies widerspricht Alice Schwarzer deutlich

Ortgies widersprach der Einordnung und verwies in dem Karrierenetzwerk „LinkedIn“ auf ihren Werdegang. Sie gab an, sie habe eine journalistische Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg abgeschlossen und danach als Printjournalistin gearbeitet. Außerdem sei sie als Buch- und TV-Autorin sowie als Moderatorin tätig gewesen. Vor ihrer Zeit als „Emma“-Chefredakteurin sei sie zudem jahrelang Kolumnistin für das Magazin gewesen.

Besonders deutlich wurde Ortgies beim Thema ihres verzögerten Amtsantritts, den Schwarzer demnach als mangelndes Engagement gedeutet habe. Ortgies erklärte, ihr Vater sei in dieser Zeit schwer erkrankt und nach mehreren Monaten gestorben. Gleichzeitig habe sie ein acht Monate altes Baby versorgt. Schwarzer sei über diese Umstände damals vollständig informiert gewesen, schrieb Ortgies.

Dezemberausgabe 2026 ist die letzte „Emma“-Ausgabe

Diese Details hätte sie lieber privat gehalten, weil es für sie schmerzhafte Erinnerungen seien. Weil Schwarzer damit an die Öffentlichkeit gegangen sei, sehe sie sich zu der Richtigstellung veranlasst, schrieb Ortgies.

Unter dem Beitrag sammelten sich rasch Reaktionen. Der bekannte Journalist und Medienexperte Marc Raschke schrieb: „Fr. Schwarzer ist echt der lebende Beweis, dass ‚alter weißer Mann‘ unabhängig vom Geschlecht die Zustandsbeschreibung für eine sehr toxische Geisteshaltung ist.“

Schwarzer hatte jüngst mitgeteilt, die Dezemberausgabe der „Emma“ werde die letzte sein. Wirtschaftliche Gründe seien nicht ausschlaggebend. Als Grund nannte sie: „Wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!“ Die erste Ausgabe erschien am 26. Januar 1977.

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