Kostenlose Kita soll weg

OB und Freistaat streiten über Kindergartengebühren


20.05.2026 – 11:27 UhrLesedauer: 1 Min.

Jacken und Schuhe in der Garderobe einer Kita (Symbolbild): In München soll der kostenlose Platz künftig wegfallen. (Quelle: Sebastian Kahnert)

Münchens OB will Eltern ab 2027 zur Kasse bitten – und macht den Freistaat mitverantwortlich. Das Familienministerium widerspricht: Der Zuschuss bleibe im System.

Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat angekündigt, die bisher kostenlose Kindergartenbetreuung für Drei- bis Sechsjährige ab 2027 kostenpflichtig zu machen – und macht dafür den Freistaat Bayern mitverantwortlich. Das Bayerische Familienministerium bestreitet das.

Der Kern des Streits: Der Freistaat zahlte bisher 100 Euro pro Kind für die Kita-Betreuung. Krause sagte auf Instagram, dieser Zuschuss falle Ende 2026 weg, das mache die kostenlose Betreuung nicht mehr finanzierbar. Die Haushaltslage der Stadt sei zudem zu angespannt.

Das Münchner Bildungsreferat stützt diese Darstellung. Laut einer Pressemitteilung des Referats seien die 100 Euro vom Freistaat umverteilt worden und müssten nun für steigende Betriebskosten der Kitas genutzt werden.

Familienministerium erwidert: 100 Euro bleiben

Das Bayerische Familienministerium sieht das anders. Laut Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) blieben die 100 Euro im System. Die Finanzierung werde lediglich im Rahmen einer Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) umgestellt. In ihrer Pressemitteilung warf Scharf Krause vor, Münchner Familien in die Irre zu führen.

Wie hoch die neuen Gebühren in München ausfallen sollen, ist offen. Laut Grünen-Fraktionschef Sebastian Weisenburger sollen sie ab dem 1. September 2027 eingeführt werden und wahrscheinlich im niedrigen dreistelligen Bereich liegen.

Die Gebühren sollen einkommensabhängig gestaffelt werden: Weniger wohlhabende Eltern sollen weiter befreit bleiben, etwa die Hälfte der Eltern werde nichts zahlen müssen. Bis zu einem Stadtratsbeschluss könnten laut Weisenburger noch Monate vergehen.

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