Streit um Elbchaussee-Umbau
Hier könnte mehr als jeder zweite Parkplatz verschwinden
20.05.2026 – 09:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Elbchaussee-Pläne führen zu Ärger: Die CDU kritisiert den geplanten Wegfall zahlreicher Parkplätze in Neumühlen und Övelgönne.
Die Großbaustelle an der Elbchaussee geht in die nächste Phase: Hamburg möchte dort Leitungen und Straßen erneuern, vor allem aber die geplante Umgestaltung zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring löst Diskussionen aus. Die CDU spricht von einem drohenden Parkplatz-„Desaster“ für Anwohner und Gewerbe.
Anke Frieling, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, spricht von einem „Desaster mit Ansage“. Die legalen Stellplätze würden von derzeit 155 auf künftig 85 reduziert werden. Berücksichtige man zusätzlich bislang geduldete Parkmöglichkeiten entlang der Kurve, falle sogar mehr als die Hälfte aller real genutzten Parkplätze weg.
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CDU-Politikerin Frieling: „Schlicht nicht hinnehmbar“
„Was die grüne Verkehrsbehörde hier vorlegt, ist für die Menschen vor Ort schlicht nicht hinnehmbar“, so Frieling. Betroffen seien Anwohner, Gewerbetreibende sowie Beschäftigte in Gastronomie und Tourismus. Die CDU wirft der Behörde vor, die tatsächliche Situation vor Ort auszublenden und die Einschränkungen herunterzurechnen.
Zudem verwies Frieling auf frühere Aussagen von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), wonach die „Vernichtung von Parkplätzen“ gestoppt werden solle. Sollte die Planung unverändert umgesetzt werden, sei dieses Versprechen „haltlos“, so die CDU-Politikerin.
Die nächste Bauphase an der Elbchaussee startet Anfang Juni. Wie die Stadt mitteilte, beginnen am 1. Juni die Arbeiten zwischen Parkstraße und Liebermannstraße im westlichen Bereich des zweiten Bauabschnitts. Dort sollen unter anderem Trinkwasser-, Strom- und Telekommunikationsleitungen erneuert werden. Anschließend folgen Straßenbauarbeiten.
Einschränkungen im Straßenverkehr
Trotz der Baustelle soll die Elbchaussee zwischen Halbmondsweg und Liebermannstraße zunächst bis Ende August weitgehend in beiden Richtungen befahrbar bleiben. Allerdings werde es je nach Bauphase enger, zudem ändere sich die Verkehrsführung mehrfach. Autofahrer sollen nach Möglichkeit auf die Ausweichroute über Osdorfer Weg, Ebertallee und Reventlowstraße ausweichen.
Auch Busfahrgäste müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Die Linie 12 wird vom 1. Juni bis 14. Juli über die Bernadottestraße und Holländische Reihe umgeleitet.
Der letzte Abschnitt zwischen Liebermannstraße und Hohenzollernring befindet sich laut Stadt derzeit noch in der Planung. Ein konkreter Baustart steht dort bislang nicht fest. Die gesamte Baumaßnahme an der Elbchaussee soll nach aktuellem Stand bis März 2030 abgeschlossen werden.
