Trotz Fraktionseinigung

Linken-Abgeordnete Emde erneuert umstrittene Aussagen

16.10.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Linken-Abgeordnete Vanessa Emde holte bei der Wahl am 20. September in Berlin-Neukölln ein Direktmandat. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Die Sondierungsgespräche zwischen Linken, Grünen und SPD in Berlin sollen am Freitag weitergehen. Nun droht der nächste Streit.

Nach der Wiederaufnahme der rot-grün-roten Sondierungen in Berlin hat die Linken-Politikerin Vanessa Emde eine ihrer umstrittenen Aussagen in einem Instagram-Video wiederholt. In dem am Donnerstagabend veröffentlichten Beitrag sagte die Neuköllner Abgeordnete im Abgeordnetenhaus, sie habe vor einigen Monaten in einem Video davon gesprochen, dass es kein Existenzrecht für Staaten gebe, sondern nur für Menschen. „Ich stehe zu meinen Aussagen und ich nehme keine einzige dieser Aussagen zurück“, sagte Emde in dem neuen Video.

Der Satz sei ein völkerrechtlicher „No-Brainer“, also eine Selbstverständlichkeit. Kritiker werfen der Linken-Abgeordneten vor, nicht zum Existenzrecht Israels zu stehen. Vor dem Hintergrund wurde spekuliert, dass sie womöglich nicht Teil der Linke-Fraktion werden könnte. Die Berliner Linksfraktion hat die Abgeordnete aber in ihre Reihen aufgenommen.

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Am Dienstag bekannte sich die Fraktion in ihrer konstituierenden Sitzung ausdrücklich zum Kampf gegen Antisemitismus, zum Schutz jüdischen Lebens und zum Existenzrecht Israels. Alle Abgeordneten unterzeichneten eine entsprechende Erklärung.

Emde: „Kleiner Geländegewinn gegen die Staatsräson“

Emde kritisierte, diese nenne nur selektiv Details aus Partei-Beschlüssen. Nicht erwähnt werde darin etwa ein Beschluss der Linken, die das israelische Vorgehen im Gazakrieg seit einem Parteitag im Juni erstmals offiziell als „Völkermord“ bezeichnet.

Dass sie in die Fraktion aufgenommen wurde, sei „ein kleiner Geländegewinn gegen die Staatsräson“, sagte Emde. Den rechtlich unspezifischen Begriff der Staatsräson hatte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geprägt. Im März 2008 sagte sie in einer Rede vor der Knesset, dem israelischen Parlament: „Jede Bundesregierung und jeder Bundeskanzler vor mir waren der besonderen historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels verpflichtet. Diese historische Verantwortung ist Teil der Staatsräson meines Landes.“

Am Vormittag wollen Linke, Grüne und SPD ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung in der Hauptstadt fortsetzen. Nach einem Tag Unterbrechung hatten sich die Parteienvertreter am Donnerstag erneut zusammengesetzt.

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