Nach Kritik an öffentlichem Auftreten

JU-Schatzmeisterin von Nathusius gibt ihr Amt auf

16.10.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Clara von Nathusius (Archivbild): Bevor sie sich der Politik widmete, absolvierte sie ein Studium der Betriebswirtschaftslehre. (Quelle: IMAGO/imago)

Schatzmeisterin Clara von Nathusius tritt nicht erneut für den Bundesvorstand der Jungen Union an. Konflikte mit Parteifreunden könnten dabei mutmaßlich eine Rolle spielen.

Clara von Nathusius zieht sich aus dem Bundesvorstand der Jungen Union (JU) zurück. Bei der Neuwahl des Gremiums am Wochenende auf dem Deutschlandtag wird die 31-Jährige nicht erneut kandidieren, wie sie auf Instagram mitteilt. In ihrem Beitrag findet sie zwar positive Worte für die Nachwuchsorganisation der Union und ihre Zeit im Vorstand, jedoch wird gemunkelt, dass die Entscheidung nicht ganz freiwillig fiel. Laut „Bild“ sprachen ihr große Landesverbände keine Mehrheit bei einer Wiederwahl zu.

Finanzärger um 350.000 Euro

Seit 2024 ist von Nathusius Schatzmeisterin der JU und damit für die Finanzen der Nachwuchsorganisation verantwortlich. Wie der „Focus“ berichtet, muss die JU einen Kredit bei der CDU aufnehmen, um Rückzahlungen in Höhe von rund 350.000 Euro leisten zu können. Hintergrund ist, dass ein Teil der Fördermittel nicht ordnungsgemäß abgerechnet werden konnte. Die finanzielle Fehlkalkulation sorgt innerhalb der Jugendorganisation für Unmut, wobei die Verantwortung dafür auch der Schatzmeisterin zugeschrieben wird.

Mit Social-Media auf Konfrontationskurs

Auch durch ihre Social-Media-Aktivitäten soll von Nathusius nach Informationen der „Bild“ bei Parteifreunden angeeckt sein. Für ihre rund 110.000 Follower äußert sie sich regelmäßig zu politisch und gesellschaftlich viel diskutierten Themen. Damit erzielt sie zwar eine große Reichweite, innerhalb der JU soll dieses Auftreten jedoch nicht nur auf Zustimmung stoßen. Sie galt damit eher als Einzelgängerin und machte sich keinen Ruf als Teamplayerin.

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Streit mit JU-Chef?

Mit JU-Bundeschef Johannes Winkel hatte von Nathusius lange ein vertrautes Verhältnis. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt setzte sie sich jedoch über seine Anweisung hinweg, sich bis zur zwei Wochen später stattfindenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nicht öffentlich zur AfD zu äußern. Nur zwei Tage später trat die Schatzmeisterin im „Bericht aus Berlin“ mit einer kritischen Haltung zur Brandmauer auf. Dieser Vorfall soll die Beziehung der beiden laut „Bild“ deutlich getrübt haben.

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