Streit unter Langläufern eskaliert
Olympiasieger rastet nach Sturz aus
02.12.2025 – 14:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Alexander Bolschunow hat aus Frust über eine Aktion im Rennen einen Mannschaftskollegen zu Boden gebracht. Dieser fällt nun verletzt aus. Der Verband zieht Konsequenzen.
Beim Russland Cup im Langlauf ist es am Wochenende zu einem Zwischenfall zwischen Alexander Bolschunow und seinem Teamkollegen Alexander Bakurow gekommen. Nach einer Berührung während des Rennens kam es im Zielbereich zu einer Auseinandersetzung. Der russische Verband sperrte Bolschunow im Anschluss für ein Rennen.
Der Vorfall ereignete sich beim Sprint-Halbfinale der ersten Etappe in Kirowsk. In einer Kurve verhakten sich Bolschunow und Bakurow, wodurch Bolschunow stürzte. Der 28-Jährige belegte am Ende Platz sechs und verpasste das Finale. Auch Bakurow schied aus, er kam als Vierter ins Ziel.
Doch damit war die Sache noch nicht erledigt. Nach dem Zieleinlauf kam es zu einer folgenschweren Frustaktion von Bolschunow. Er fuhr auf Bakurow zu, der sich an einer Bande abstützte, und stieß ihn um. Bakurow stürzte mitsamt der Absperrung. Laut Medienberichten muss der 22-Jährige nun mindestens zwei Wochen mit dem Training pausieren.
„Das muss definitiv aufhören. So ein Verhalten ist nicht akzeptabel“, sagte Bakurow dem Sender Match TV. Eine Entschuldigung von Bolschunow erwarte er nicht. „Aber ohnehin würde eine Entschuldigung die Sache nicht ändern.“ Von einer offiziellen Beschwerde sehe er ab: „Das raubt nur meine Energie.“
Bolschunow begründete sein Verhalten mit der Situation während des Rennens. „Ich will einen fairen Kampf auf der Strecke, aber mir gefiel Bakurows Verhalten nicht“, sagte der dreimalige Olympiasieger. Bolschunow hatte 2022 Gold über 50 Kilometer Freistil, in der 4×10-Kilometer-Staffel und im Skiathlon über 30 Kilometer gewonnen. 2018 in Pyeonchang sicherte er sich zuvor drei silberne und eine Bronzemedaille.
Beide Athleten dürfen aufgrund des anhaltenden Ausschlusses russischer und belarussischer Sportler nach aktuellem Stand nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Die Fis hatte den Ausschluss zuletzt im September verlängert.
Bereits in der Vergangenheit war Bolschunow durch ähnliche Vorfälle aufgefallen. 2021 geriet er in Lahti im Zielsprint eines Staffelrennens mit dem Finnen Joni Mäki aneinander und fuhr ihn ebenfalls nach dem Rennen im Zielbereich um.
Im selben Jahr feuerte er bei der WM in Oberstorf nach einem verlorenen Schlusssprint gegen den Norweger Johannes Kläbo wutentbrannt seinen gebrochenen Skistock zu Boden, der beim Zielsprint und durch eine Kollision mit Kläbo gebrochen war. Der Norweger wurde später disqualifiziert, Bolschunow bekam Platz zwei zugesprochen.
