Nach über 20 Jahren im Profifußball
Traditionsklub steigt in Regionalliga ab
Aktualisiert am 25.04.2026 – 16:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach über 20 Jahren endet die Zeit von Erzgebirge Aue im deutschen Profifußball. Der Klub ist in die Regionalliga Nordost abgestiegen. Überraschend ist die Entwicklung nicht.
Ein bitterer Nachmittag für Erzgebirge Aue: Der Traditionsklub ist nach einem 2:2 gegen Wehen Wiesbaden offiziell aus der 3. Liga abgestiegen. Aue steht auf dem vorletzten Tabellenplatz und hat bei noch drei ausstehenden Spielen elf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.
Moritz Flotho (23.) hatte Wiesbaden in Führung gebracht, Tristan Zobel (27.) für Aue ausgeglichen. Nachdem Niklas May mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war (69.), ging Wehen Wiesbaden dennoch durch Tarik Gözüsirin (78.) zu zehnt in Führung. Aues Moritz Seiffert gelang dann nur noch der Ausgleich (85.). Am Ende zu wenig.
Auch mehrere Trainerwechsel konnten den sportlichen Totalschaden in dieser Saison nicht verhindern. Mit Jens Härtel war der Klub in die Saison gestartet, doch er musste nach drei Niederlagen in Folge im Februar 2026 gehen. Für ihn hatte der ehemalige Bundesliga-Profi Christoph Dabrowski übernommen. „Mir war wichtig, einen Trainer zu verpflichten, von dem ich weiß, wie er arbeitet“, sagte Aues Sportchef Michael Tarnat damals.
Doch unter Dabrowski wurde es nicht besser. In neun Spielen holte er lediglich zwei Punkte. Er wurde nach rund zwei Monaten wieder entlassen. Zudem trat Michael Tarnat aufgrund „unterschiedlicher Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung“ von seinem Amt als Sport-Geschäftsführer zurück. „Ich bedaure sehr, mit dieser enttäuschenden Bilanz meiner Tätigkeit das Erzgebirge zu verlassen, und wünsche dem Kumpelverein alles Gute.“ Tarnat hatte seine Aufgabe erst im Januar 2026 begonnen.
Als neues Trainerduo konnten auch Nachwuchsleiter Khvicha Shubitidze und Enrico Kern keine sportliche Wende herbeiführen. Im Jahr 2026 haben die Sachsen noch kein Ligaspiel gewonnen. Der letzte Erfolg gelang am 20. Dezember mit einem 4:0-Heimsieg über den FC Schweinfurt. Der Abstieg reiht sich in das verheerende Bild ein, das der Verein über die komplette Spielzeit abgegeben hat.
Aue war seit der Saison 2003/2004 durchgängig im deutschen Profifußball in den ersten drei Ligen vertreten. Nun müssen die Sachsen den bitteren Gang in die Regionalliga Nordost antreten.
