Wer besonders betroffen sein wird
Nach Juwelenraub: Louvre erhöht Eintrittspreise für Nicht-Europäer
28.11.2025 – 14:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Jahrhundertraub im Louvre führt letztlich dazu, dass die Preise in dem Museum anziehen. Auch andere französische Sehenswürdigkeiten springen mit auf.
Nicht-europäische Besucher müssen ab 2026 tiefer in die Tasche greifen, wenn sie den Louvre in Paris besuchen möchten. Das Museum kündigte an, seine Ticketpreise für Gäste aus Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EU, Island, Liechtenstein, Norwegen) deutlich anzuheben.
Ab dem 14. Januar 2026 kostet der Eintritt für sie 32 Euro, rund zehn Euro mehr als bisher und ein Aufschlag von 45 Prozent. Mit den Mehreinnahmen von geschätzt 15 bis 20 Millionen Euro jährlich wolle der Louvre vor allem seine Sicherheitsvorkehrungen modernisieren, heißt es.
Hintergrund ist der spektakuläre Diebstahl im Oktober: Vier Täter hatten am helllichten Tag Kronjuwelen im Materialwert von rund 88 Millionen Euro entwendet. Ein Bericht des französischen Rechnungshofs attestierte dem Museum daraufhin „unzureichende Sicherheitssysteme“. Als Reaktion kündigte Museumsdirektorin Laurence des Cars eine mobile Polizeiwache sowie die Installation von 100 neuen Überwachungskameras bis zum Jahresende an.
Gewerkschaften kritisieren die Preissteigerung scharf. Im Namen des „gleichberechtigten Zugangs“ zum Louvre sei die Maßnahme diskriminierend, zitiert „Midi Libre“ Vertreter der Arbeitergewerkschaft CFDT. Zudem fürchten Mitarbeiter zusätzliche Belastungen, da sie künftig die Nationalität der Besucher überprüfen müssen.
Wie die Tageszeitung „Le Monde“ berichtet, ziehen weitere französische Sehenswürdigkeiten nach – darunter das Schloss Versailles, die Sainte-Chapelle, die Pariser Oper und das Schloss Chambord. Besonders betroffen dürften US-Amerikaner sein, die größte Besuchergruppe aus dem Ausland. Auch chinesische Besucher, die auf Rang drei liegen, müssen künftig mehr zahlen.
Laut offizieller Louvre-Statistik zählte das Museum im vergangenen Jahr 8,7 Millionen Gäste, davon 69 Prozent internationale Besucher.
