Unstimmigkeiten bei Hannover 96

Boldt bremst Titz: „Ist ja kein Playstation-Spiel“

21.07.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Jonas Boldt (Archivbild): Er ist der neue Geschäftsführer bei Hannover 96. (Quelle: IMAGO/Noah Wedel)

Hannover 96 will nach sieben gescheiterten Versuchen endlich in die Bundesliga aufsteigen. Doch schon im Trainingslager zeigen Trainer und Sportchef, dass sie die Saison unterschiedlich angehen wollen.

Über die Kaderplanung bei Hanover 96 gibt es offenbar unterschiedliche Ansichten: Der neue Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt hat dem Wunsch von Trainer Christian Titz nach mehreren Neuverpflichtungen öffentlich widersprochen. Titz hatte zu Beginn des Trainingslagers in Iserlohn vier bis fünf fehlende Spieler angemahnt. Boldt entgegnete, allein Transfers seien nicht die Lösung, und verwies auf wirtschaftliche Grenzen.

Titz hatte seine Forderung klar begründet: Nach dem Abgang von fünf potenziellen Stammspielern sei die Kaderstruktur „wirklich schon eng“. Er machte „kein Geheimnis“ daraus, dass der Verein Verstärkungen brauche.

Der neue Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt konterte diese Einschätzung zwei Tage später sehr deutlich. „Dass man sagt: Ich möchte besser werden, das unterschreibe ich total“, sagte der 44-Jährige. Aber: „Nur Spieler zu verpflichten, ist nicht des Rätsels Lösung.“

„Das ist ja kein Playstation-Spiel, wo man unendlich Geld hat“

In einem Gespräch mit Hannoveraner Medien betonte er mehrfach seine Entscheidungshoheit bei der Kaderplanung. „In der Kaderplanung gibt es immer einen, der die Parameter vorgibt, weil die wirtschaftliche Thematik natürlich eine Rolle spielt. Das ist ja kein Playstation-Spiel, wo man unendlich Geld hat oder einen Cheatcode“, sagte der frühere Sportvorstand des Hamburger SV.

Boldt warnte zudem vor überzogenen Erwartungen an den Transfermarkt: „Transfers sind mittlerweile ein Event-Thema. Die Menschen sehnen sich danach, es verkaufen sich Schlagzeilen. So funktioniert es am Ende aber nicht.“ Stattdessen wolle man „planvoll“ vorgehen und gezielt dort handeln, wo Lücken bestehen.

Ein grundlegender Unterschied zwischen beiden zeigt sich auch in der Frage der Kadergröße: Titz arbeitete schon beim 1. FC Magdeburg bevorzugt mit einem möglichst großen Aufgebot. Boldt hingegen will den Kader aus wirtschaftlichen Gründen „bewusst ein bisschen“ kleiner halten. „Es können nur elf plus fünf Spieler spielen. Das darf man nicht vergessen“, sagte er.

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