Regelmäßig spricht sich der 33-Jährige außerdem öffentlich gegen Homophobie, Misogynie und Rassismus aus und trifft damit nicht immer auf Zuspruch.

„Ich hasse Fußball, aber ich liebe Borja Iglesias“

Erst Anfang des Jahres sah sich der Spanier mit heftigen Anfeindungen konfrontiert. Nach einem Auswärtssieg von Celta Vigo gegen FC Sevilla machte ein Video die Runde, welches Iglesias dabei zeigt, wie er vor dem Stadion jemandem, vermutlich einem Fan, ein Trikot schenkt. Im Hintergrund sind Sevilla-Fans zu hören, die dem Stürmer homophobe Beleidigungen an den Kopf werfen. „Scheißschwuchtel“, „Geh doch deine Nägel lackieren“ und „Schwuchteln, raus aus dem Fußball“ ertönt es in dem Video.

Er selbst kommentierte den Vorfall mit einem ironischen Ton in den sozialen Medien: „Wie seltsam, sowas passiert doch nie im Fußball“, schrieb er. Sein Verein reagierte solidarisch und rief seine Fans dazu auf, beim nächsten Spiel mit lackierten Fingernägeln ins Stadion zu kommen. Dem Aufruf kamen nicht nur die Fans, sondern auch seine Mitspieler nach, die bei der Partie gegen Rayo Vallecano mit bunten Nägeln aufliefen.

Borja Iglesias eckt an – und sieht sich regelmäßig mit solchen homophoben Äußerungen konfrontiert. In einem Interview mit der französischen Zeitung „L’Équipe“ erklärte er, dass diese ihn anfangs noch sehr getroffen hätten, er es nach reiflicher Überlegung nun aber anders sehe. „Wenn jemand mir so etwas sagt, dann denke ich immer: Lieber wäre ich ‚Schwuchtel‘ als jemand voller Hass, der nichts Besseres zu tun hat, als Menschen nach einem Fußballspiel zu beleidigen“, entgegnete er. Außerdem beweise die Unterstützung, die bekommt, dass viele Menschen seine Werte teilen: „Ich sehe viele Nachrichten, die mich bewegen, wie zum Beispiel: ‚Ich hasse Fußball, aber ich liebe Borja Iglesias‘, oder von schwulen Männern, die mir schreiben: ‚Weil ich mit jemandem des gleichen Geschlechts schlafe, muss ich meine Leidenschaft, den Fußball, aufgeben.'“

Nationalteam-Rücktritt aus Überzeugung

Iglesias‘ Engagement endet nicht beim Einsatz für homosexuelle Menschen – auch der Frauenfußball und der Kampf gegen Misogynie sind ihm ein Anliegen. Das bewies er unter anderem, als er im August 2023 aus Protest aus der spanischen Nationalmannschaft zurückgetreten ist. Hintergrund war der Übergriff des spanischen Verbandschefs Luis Rubiales, der Nationalspielerin Jennifer Hermoso ungefragt bei den Feierlichkeiten zum WM-Titel auf den Mund küsste. Als klar wurde, dass Rubiales nicht zurücktreten werde, entschied sich Borja Iglesias, sich aus Spaniens Nationalmannschaft zurückzuziehen. „Als Spieler und Mensch fühle ich mich durch das, was passiert ist, nicht repräsentiert“, schrieb der Stürmer damals auf der Plattform X.

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