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Jäger und Sportschützen warnen vor Regeln „für die Falschen“

wochentlich.deBy wochentlich.de3 November 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Sicherheit in Deutschland

Legale Waffenbesitzer fühlen sich gejagt


03.11.2026 – 18:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Jägerin in einem Jagdrevier im Raum Weser-Ems in Niedersachsen: In Deutschland gibt es etwa 460.700 aktive Jägerinnen und Jägern.Vergrößern des Bildes

Jägerin in einem Jagdrevier im Raum Weser-Ems in Niedersachsen: In Deutschland gibt es etwa 460.700 aktive Jägerinnen und Jäger. (Quelle: via www.imago-images.de)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Nach Straftaten mit Waffengewalt wird regelmäßig eine Verschärfung des deutschen Waffengesetzes gefordert. Jäger und Sportschützen finden, dass dies die Falschen trifft.

Legale Waffenbesitzer in Deutschland fühlen sich gejagt. Sie fordern die Politik auf, in der Kriminalstatistik zwischen Straftaten mit legalen und illegalen Waffen zu unterscheiden sowie gegen illegalen Waffenhandel vorzugehen. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), sagte am Dienstag in Berlin: „Es wird Zeit, die am besten kontrollierten und wohl rechtstreuesten Bürgerinnen und Bürger dieses Landes wieder so zu behandeln, wie es für einen Rechtsstaat angemessen ist.“

Sein Verband veröffentlichte gemeinsam mit dem Bundesverband zivile Legalwaffen (BZL), unter dessen Dach Sportschützen, Waffensammler, Jäger und Waffenhersteller organisiert sind, eine Kampagne mit dem Titel „Ihr jagt die Falschen“. Sie adressiert die Bundesinnenministerkonferenz Anfang Dezember in Hamburg und bezieht vor dem Hintergrund der im Koalitionsvertrag angekündigten Überarbeitung des Waffengesetzes Stellung.

„Hier wird im falschen Teich gefischt“

Eine konkrete Sorge der legalen Waffenbesitzer ist eine im Raum stehende Begrenzung der Anzahl der Langwaffen (Gewehre) pro Person. Außerdem befürchten BZL und DJV, dass psychologische Gutachten für legale Waffenbesitzer eingeführt werden könnten.

Warum? Nach einer Recherche von NDR und Tagesschau hielten zum 31. Dezember 2025 mehr als 1.600 Extremisten eine waffenrechtliche Erlaubnis, mehr als 1.300 davon aus dem rechtsextremen oder „Reichsbürger“-Spektrum. Eike Bone-Winkel vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) erklärte zuletzt: „Wir brauchen vor allem eine konsequentere Entwaffnung von Extremisten und Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Wenn diese legal Waffen besitzen, zeigt das vor allem ein gefährliches Vollzugsdefizit.“

Eine Frau schießt auf dem Schießstand eines Schützenvereins mit einer halbautomatischen Waffe. In Deutschland gibt es rund 1,34 bis 1,4 Millionen Sportschützen.Vergrößern des Bildes
Eine Frau schießt auf dem Schießstand eines Schützenvereins mit einer halbautomatischen Waffe: In Deutschland gibt es rund 1,34 bis 1,4 Millionen Sportschützen. (Quelle: IMAGO/Silas Stein)

Matthias Klotz, Vorsitzender des BZL, mahnt an, dass der Großteil legaler Waffenbesitzer eine Art Vorkriminalisierung erfahren könnte. „Hier wird im falschen Teich gefischt“, sagt Klotz. Legale Waffenbesitzer werden in Deutschland ohnehin alle drei Jahre auf ihre Zuverlässigkeit, die persönliche Eignung und – je nach Art der Erlaubnis – das fortbestehende Bedürfnis des Waffenbesitzes hin überprüft. Ein großer bürokratischer Aufwand für beide Seiten, der laut Klotz Kapazitäten bindet, die in den Kampf gegen illegalen Waffenbesitz investiert werden sollten.

Die Zahlen zeigen dazu ein klares Bild. 930.000 legal registrierte, private Waffenbesitzer gibt es nach Verbandsangaben in Deutschland, sie halten etwa fünf Millionen legale Waffen. Demgegenüber stehen laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) 35 Millionen illegale Waffen in der EU. Schätzungen von Experten und Polizeigewerkschaften zufolge sind es in Deutschland rund 20 Millionen Waffen, die unschwer zu beschaffen seien. Nach Angaben von Klotz wird in nur 0,013 Prozent der Waffenstraftaten eine legale Waffe eingesetzt.

„Das bestehende Waffengesetz bietet bereits jetzt alles, was es braucht, um Waffenstraftaten Einhalt zu gebieten“, finden die Legal-Waffenverbände. Symbolische Verschärfungen ohne nachgewiesenen Sicherheitsgewinn dürften kein Ersatz für eine gezielte Kriminalitätsbekämpfung sein.

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