Ifo senkt Bauprognose
Neubau stürzt auf 15-Jahres-Tief
30.10.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bund hat Verfahren für den Wohnungsbau beschleunigt, doch viele genehmigte Projekte können nicht finanziert werden. Das Ifo-Institut senkt seine Bauprognose.
Beim Wohnungsbau in Deutschland geht es nach Einschätzung des Ifo-Instituts trotz schnellerer Genehmigungen kaum voran. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen werde in den kommenden beiden Jahren jeweils unter 200.000 liegen, prognostizieren die Münchner Wirtschaftsforscher. Die bisherigen Annahmen müssten nach unten korrigiert werden, weil die Baukosten auch als Folge des Iran-Kriegs weiter gestiegen seien, sagte der Ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister der Regionalzeitung „Augsburger Allgemeinen“.
„Wir erwarten, dass auch 2027 und 2028 die Zahl der fertiggestellten Wohnungen jeweils 195.000 Einheiten erreichen wird“, sagte der Wirtschaftsforscher. Im Februar hatte das Ifo-Institut noch mit 205.000 Wohnungsfertigstellungen im Jahr 2027 und 215.000 im Jahr 2028 gerechnet. Nach der jüngsten Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung werden bis 2030 rund 320.000 neue Wohnungen jährlich benötigt.
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In diesem Jahr werde die Zahl wie erwartet auf ein 15-Jahres-Tief von nur noch 185.000 Fertigstellungen sinken, 20.000 weniger als 2025, sagte Dorffmeister. Drei Effekte bremsen den Wohnungsbau seit 2022 besonders stark: „Wir haben einen Preisschock bei den Bauleistungen erlebt, einen Zinsschock bei der Baufinanzierung und zugleich ging die Bauförderung erheblich zurück.“
Die Wohnungswirtschaft wies darauf hin, dass der im vorigen Jahr vom Bund eingeführte „Bau-Turbo“ zwar Genehmigungsverfahren beschleunigen könne. „Er löst jedoch nicht das Problem, dass sich viele genehmigte Projekte zu bezahlbaren Mieten schlicht nicht finanzieren lassen“, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko. Auch im sozialen Wohnungsbau werde die Lage schlechter. „Für Familien, junge Menschen und alle, die dringend eine bezahlbare Wohnung suchen, bedeutet das noch weniger Chancen“, merkte Gedaschko an.
