Wie funktioniert der HPV-Test?
Für den HPV-Test bei Frauen nimmt die Ärztin oder der Arzt einen Schleimhautabstrich von Muttermund und Gebärmutterhals. Dabei kommt ein kleiner Spatel oder ein Bürstchen zum Einsatz. Der Abstrich wird ins Labor geschickt. Dort wird geprüft, ob Erbmaterial der Viren darin enthalten ist.
Normalerweise wird der Abstrich bei Frauen gleichzeitig auf Zellveränderungen hin untersucht. Diese Untersuchung heißt Pap-Test. Ist der Pap-Test auffällig, bedeutet das, dass die HP-Viren bereits zu Zellveränderungen geführt haben. Aus diesen Zellveränderungen können Krebsvorstufen und Krebs entstehen.
Bei Männern kann ein Abstrich aus dem Intimbereich für den HPV-Test verwendet werden.
HPV-Test positiv: Was tun?
Gut zu wissen: Ist der HPV-Test positiv, bedeutet das nicht, dass eine Person an Krebs erkrankt ist oder erkranken wird. Vielmehr sagt der Test aus, dass sie mit humanen Papillomviren infiziert ist.
Inwiefern auch das Krebsrisiko erhöht ist, hängt vor allem davon ab, um welche Virustypen es sich handelt. Insbesondere Viren vom Hochrisikotyp wie die Typen 16 und 18 können Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs auslösen.
Hochrisikotypen: Nicht jede Infektion führt zu Krebs
In den meisten Fällen ist eine HPV-Infektion harmlos – auch dann, wenn es sich um Viren vom Hochrisikotyp handelt. Oft wird die Infektion nicht einmal bemerkt und heilt von allein wieder aus.
Hält die Infektion jedoch länger an, weil der Körper die Viren nicht gut bekämpfen kann, können sich Zellveränderungen entwickeln, die über Jahre oder Jahrzehnte zu Krebs führen können.
Bei positivem HPV-Test: Kontrollen und weitere Untersuchungen
Was tun, wenn der Test positiv ist? Die HP-Viren selbst lassen sich nicht beseitigen. Vielmehr ist es bei einem positiven HPV-Test entscheidend, mögliche Folgen einer HPV-Infektion im Blick zu behalten. Dazu zählen vor allem Krebs und seine Vorstufen, aber auch Genitalwarzen. Um herauszufinden, ob die Infektion bereits zu Zellveränderungen und/oder Erkrankungen geführt hat, wird die Ärztin oder der Arzt daher einige Untersuchungen und gegebenenfalls engmaschige Kontrollen durchführen.
Meist wird gleichzeitig mit dem HPV-Test ein Pap-Test durchgeführt. Haben sich Auffälligkeiten ergeben, können auch eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) und eine Gewebeprobe (Biopsie) nötig sein.
Wer übernimmt die Kosten?
Der HPV-Test wird meist im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung durchgeführt: Frauen ab 35 können sich alle drei Jahre auf HP-Viren testen sowie einen Pap-Test machen lassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Bei Frauen unter 35 ist der HPV-Test hingegen nicht Teil der gesetzlichen Früherkennung. Der Grund: Bei jungen Frauen hält eine HPV-Infektion selten länger an. Vielmehr bildet sie sich nach kurzer Zeit meist von allein wieder zurück. Daher gilt der Pap-Test bei Jüngeren als aussagekräftiger. Frauen zwischen 20 und 35 haben Anspruch auf einen jährlichen Pap-Test.
