Fans betroffen
Nach Kritik: Fifa macht Rückzieher bei WM-Verbot
06.06.2026 – 08:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Fifa hatte mit einem Wasserflaschen-Verbot in den WM-Stadien viel Kritik auf sich gezogen. Jetzt gibt der Verband nach. Doch es gibt eine Einschränkung.
Rund eine Woche vor dem Start der Fußball-WM hat die Fifa ihre Regeln erneut geändert und erlaubt Fans nun das Mitbringen von Wasserflaschen ins Stadion – zumindest in den USA und Kanada. Eine werkseitig verschlossene, weiche Einwegplastikflasche mit bis zu 590 Milliliter Fassungsvermögen sei pro Zuschauer erlaubt, sagte Fifa-Manager Heimo Schirgi in einem online veröffentlichten Video und sprach davon, „etwas Klarheit“ in die Regelung bringen zu wollen. Nicht erlaubt seien Gefäße aus Hartplastik. Schirgi ist der Chief Operating Officer der Fifa.
Noch kurz vorher hatte die Fifa das Verbot zum Mitbringen jeglicher – auch leerer – Wasserflaschen ins Stadion mit Sicherheitsüberlegungen begründet und bekräftigt. „Die Fifa setzt sich für den Schutz der Gesundheit und Sicherheit aller Spieler, Schiedsrichter, Fans, Freiwilligen und Mitarbeiter ein. Die Fifa hat beschlossen, das Mitbringen von Flaschen zu verbieten, um Risiken und Verletzungen für Spieler und Besucher zu vermeiden“, teilte ein Sprecher des Weltverbands der dpa mit.
Embed
Die entsprechende Passage im Leitfaden für Stadionbesuche hatte die Fifa extra deswegen geändert und darin klargestellt: „Zur Vermeidung von Missverständnissen: Wiederverwendbare Wasserflaschen dürfen nicht ins Stadion mitgebracht werden.“
Daran gab es heftige Kritik von Fan-Vertretern, aber auch von Politikern wie Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow, die das Wasserflaschenverbot und den de-facto-Zwang zum Wasserkauf im Stadion als „reine Geldmacherei“ bezeichnet hatte. In Toronto finden sechs WM-Spiele statt. Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hatte sich „besorgt“ gezeigt über die Fifa-Regel und sagte nach der Kehrtwende nach Angaben von „The Athletic“: „Ich bin froh, dass niemand befürchten muss, sich ausreichend Flüssigkeitszufuhr nicht leisten zu können, besonders Fans nicht, die oft stundenlang bei extremer Hitze vor einem Spiel warten.“
Regeln in Mexiko unklar
Unklar war zunächst, was die erneute Kehrtwende für Stadionbesucher in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey bedeutet. Co-Gastgeber Mexiko wird in dem kurzen Video nicht explizit erwähnt.
Wissenschaftler hatten zuletzt immer wieder davor gewarnt, dass Fans und Spieler aufgrund der Hitze gesundheitlichen Risiken ausgesetzt seien. „Die Fifa arbeitet eng mit den jeweiligen Ausrichtungskomitees und lokalen Behörden zusammen, um Maßnahmen zum Hitzeschutz für die Fans zu erarbeiten, die zum Stadion reisen. Dazu können Einrichtungen wie Sprühnebelstationen, Ventilatoren, Trinkstationen, Kühlzelte und weitere Maßnahmen rund um das Stadiongelände gehören“, hieß es in einer Mitteilung.
Wie die Nachrichtenagentur AP zuletzt berichtete, plant das Gesundheitsamt des Los Angeles County rund um die Spiele umfassend über Hitzeschutz und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu informieren. New York will Informationen an Abonnenten des öffentlichen Warnsystems sowie über WhatsApp an internationale Besucher versenden. Seattle prüft den Einsatz von klimatisierten Bussen und Wassernebelanlagen bei Fanfesten und Spielen. In Vancouver soll es bei allen Turnierveranstaltungen schattige Sitzbereiche geben.
