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Sport

zu Gast beim „Klassenfeind“ – Als die DDR die BRD besiegte

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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zu Gast beim „Klassenfeind“ – Als die DDR die BRD besiegte
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Fußball-Weltmeisterschaft 1974

Als die DDR zu Gast beim „Klassenfeind“ war


Aktualisiert am 06.06.2026 – 06:00 UhrLesedauer: 5 Min.

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Franz Beckenbauer (BRD) und Bernd Bransch (DDR) beim Wimpeltausch. (Quelle: imago sportfotodienst)

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Bei der Weltmeisterschaft 1974 in Westdeutschland trafen die DDR und die BRD in der Gruppenphase aufeinander. Das Spiel ist ein besonderes Kapitel der Fußballgeschichte.

Am 22. Juni 1974 kam es zum einzigen deutsch-deutschen Derby bei einer Fußballweltmeisterschaft. Als die Mannschaften im Hamburger Volksparkstadion auf den Rasen traten, lag eine spürbare Anspannung in der Luft. Über 60.000 Zuschauer verfolgten das Spiel im Stadion, Millionen vor den Fernsehern. Die Bedeutung des Spiels reichte weit über den Sport hinaus. Das spürten auch die Akteure auf dem Rasen.

Die erste Heim-WM

Neun Tage zuvor begann für viele Deutsche die erste WM im eigenen Land. Die Feierlichkeiten zur Eröffnung der 10. Fußballweltmeisterschaft fanden am 13. Juni 1974 statt. Das Turnier begann mit einem historischen Novum: Weltmeister Brasilien traf im Eröffnungsspiel auf Jugoslawien. Normalerweise ist es bei Weltmeisterschaften üblich, dass der Gastgeber das Eröffnungsspiel bestreitet.

Nachdem sich Uwe Seeler und Pelé symbolisch am Mittelkreis den alten und den neuen Weltpokal überreicht hatten, wurde den Zuschauern eine Choreografie von 2.000 weiß gekleideten Frankfurter Schulkindern geboten. Bundespräsident Gustav Heinemann eröffnete das Turnier feierlich von der Ehrentribüne aus.

Das darauffolgende Spiel im Frankfurter Waldstadion war sehr umkämpft. Unter grauen Wolken und bei beständigem Regen bissen sich die brasilianischen Offensivkünstler um Jairzinho und Rivelino an der starken jugoslawischen Defensive die Zähne aus. Die Partie endete torlos.

imago images 1072138784Vergrößern des Bildes
Die BRD gegen die DDR: Die Bedeutung des Spiels ging über den Sport hinaus. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Stefan Ziese/imago)

Gleiche Voraussetzungen – Ungleiche Erwartungen

Die beiden deutschen Mannschaften starteten mit sehr unterschiedlichen Perspektiven ins Turnier. Während die Stars aus der BRD als Titelfavoriten galten, war es die erste WM-Teilnahme für die Mannschaft der DDR. Es sollte auch ihre einzige Teilnahme bei einer Weltmeisterschaft bleiben.

Das Los brachte beide Mannschaften früh zusammen. Neben der BRD und der DDR fanden sich die Mannschaften aus Chile und Australien in Gruppe 1 wieder. Beide deutschen Teams starteten stark ins Turnier. Die Gastgeber aus der Bundesrepublik erfüllten ihre Pflicht glanzlos. Ein knapper Sieg gegen Chile (1:0), ein unspektakulärer Erfolg gegen Australien (3:0) – die Ergebnisse stimmten, doch spielerisch blieb noch Luft nach oben. Die Erwartungen an die Mannschaft um Franz Beckenbauer und Gerd Müller waren himmelhoch, entsprechend groß war die Euphorie im eigenen Land.

Auch die DDR startete solide ins Turnier. Gegen Australien gelang ein überzeugender Sieg (2:0), gegen Chile erkämpfte sich das Team ein Unentschieden (1:1). Die Mannschaft wirkte organisiert, diszipliniert und taktisch gut eingestellt – Eigenschaften, die im weiteren Verlauf noch entscheidend werden sollten. Schnell wurde klar: Beide deutschen Teams würden die Vorrunde überstehen. Damit rückte ein Spiel in den Fokus, das es so noch nie gegeben hatte. Am letzten Gruppenspieltag erwarteten die beiden Teams aus dem geteilten Deutschland das direkte Duell.

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