Seit 2019 im Amt
EZB-Chefin Lagarde tritt zurück
Aktualisiert am 29.10.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Vorzeitiger Wechsel an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Chefin Christine Lagarde legt ihr Amt nieder. Hintergrund sind die Wahlen in ihrer Heimat Frankreich.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde tritt am 7. Februar 2027 zurück. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit. Lagarde führt die Notenbank seit dem 1. November 2019, ihre achtjährige Amtszeit wäre regulär Ende Oktober 2027 ausgelaufen.
Über eine vorzeitigen Abgang war spekuliert worden. Lagardes Rücktritt ermöglicht es, eine Nachfolge vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im Mai 2027 und einem möglichen Erfolg der Rechtspopulistin Marine Le Pen zu regeln. In Frankreich wird im kommenden Frühjahr die Nachfolge für den scheidenden Staatschef Emmanuel Macron bestimmt. Le Pen führt derzeit die Umfragen an.
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Lagardes vorzeitiger Abgang ermöglicht nun, ihre Nachfolge im Kreis der EUI-Staats- und Regierungschefs rechtzeitig zu regeln. EU-Ratschef Antonio Costa teilte mit, das Verfahren zur Regelung der Nachfolge Lagardes werde noch am Donnerstag eingeleitet.
Niederländer Knot gilt als Favorit für Nachfolge
Als Favorit für das Amt gilt der Niederländer Klaas Knot. Auch der Spanier Pablo Hernández de Cos wird gehandelt. Bundeskanzler Friedrich merz (CDU) hatte kürzlich beide zum Gespräch eingeladen. Der frühere niederländische Notenbanker Knot gilt als Verfechter einer harten Währungspolitik, sein spanischer Rivale wird eher einem fiskalpolitisch nachsichtigeren Lager zugeordnet.

Lagarde hatte die Führung der EZB 2019 übernommen. Die französische Politikerin war zuvor Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). Gemeinsam mit dem damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte sie in der Euro-Krise auf einen harten Kurs gegenüber Griechenland bestanden.

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Für die Lagarde-Nachfolge hatte sich auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel ins Spiel gebracht. Europas größte Volkswirtschaft Deutschland stellte in der mehr als 25-jährigen Geschichte der Notenbank noch nie die EZB-Spitze. Doch wiesen Experten wie der ING-Ökonom Carsten Brzeski darauf hin, dass mit Ursula von der Leyen an der Spitze der EU-Kommission schon ein Top-Posten in Europa durch Deutschland besetzt sei.