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Finanzen

Österreich plant Reformen wie in Deutschland

wochentlich.deBy wochentlich.de29 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Änderung ab 2027

Österreich plant Reform für Rentner wie in Deutschland


29.10.2026 – 13:02 UhrLesedauer: 3 Min.

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Rentnerin bei der Arbeit am Laptop (Symbolbild): Auch Österreich setzt auf steuerliche Anreize, um ältere Beschäftigte zur Weiterarbeit zu bewegen. (Quelle: Drazen_/getty-images-bilder)

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Auch Österreich braucht neue Ideen für die Rente. Zum Jahreswechsel starten zwei Maßnahmen, die deutschen Modellen ähneln.

Wien plant zum Jahreswechsel zwei Reformen in der Altersvorsorge und für Rentner, die den deutschen Modellen ähneln. Für ab 2027 geborene Kinder soll ein staatlich gefördertes Depot eingeführt werden, das Kapital langfristig am Aktienmarkt anlegt. Und wer über das Rentenalter hinaus arbeitet, bekommt ab Januar einen monatlichen Steuerfreibetrag. Das berichtet das „Handelsblatt“.

Österreichs Frühstartrente heißt Zukunftsdepot

Für jedes Kind, das ab dem 1. Januar 2027 geboren wird, zahlt der österreichische Staat einmalig 500 Euro in ein sogenanntes Zukunftsdepot ein. Eltern, Großeltern und andere Personen dürfen zusätzlich bis zu 5.000 Euro pro Jahr einzahlen. Das Geld wird in regulierte Fonds und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) mit laufenden Kosten von höchstens einem Prozent oder in den staatlich abgesicherten Bundesschatz investiert. Mit 18 Jahren kann das Kind den gesamten Depotwert steuerfrei entnehmen.

Das Modell ähnelt der deutschen Frühstartrente, die der Bundestag im Oktober 2026 beschlossen hat und die zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Dabei zahlt der deutsche Staat monatlich zehn Euro für anspruchsberechtigte Kinder ab dem sechsten Geburtstag in einen Altersvorsorgevertrag ein. Das Geld wird langfristig am Kapitalmarkt angelegt und ist bis mindestens zum 65. Lebensjahr gebunden. Im Unterschied zum österreichischen Modell ist eine steuerfreie Entnahme mit 18 Jahren in Deutschland nicht vorgesehen.

In Österreich können Depots laut dem Regierungspapier erst ab dem 1. Juli 2027 eröffnet werden, obwohl die Förderung formal ab dem 1. Januar 2027 gilt. Wer kein Depot eröffnet, verliert den Bonus dennoch nicht: Die 500 Euro werden dann gemeinsam mit dem gesamten Jahrgang im Bundesschatz angelegt. Auch die deutsche Frühstartrente kennt eine solche Auffanglösung für Kinder, deren Eltern kein Depot eröffnen.

So viele Steuern sparen Familien in Österreich

Das gewerkschaftsnahe Momentum-Institut hält das Modell für regressiv, da es Gutverdiener bevorzuge. Die vollständige Steuerersparnis erreiche nur, wer die Einzahlungsobergrenze 18 Jahre lang voll ausschöpfe, also insgesamt 90.000 Euro einzahle. Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) hält dem entgegen: „Wir haben uns bewusst für eine Begrenzung entschieden. Das staatliche Startkapital ist für alle Kinder gleich hoch.“ Laut einer Modellrechnung des Kanzleramts spart eine Familie, die jedes Jahr die vollen 5.000 Euro einzahlt, über 18 Jahre rund 23.700 Euro Kapitalertragsteuer.

Das Startgeld kostet den Staat laut Eibinger-Miedl rund 40 Millionen Euro im Jahr, den Steuerausfall beziffert das Finanzministerium mittelfristig auf rund 20 Millionen Euro jährlich. Finanziert wird das Startkapital aus dem Familienlastenausgleichsfonds, aus dem ab 2028 auch die Senkung der Lohnnebenkosten mitfinanziert werden soll.

Aktivpension statt Aktivrente

Parallel dazu führt Österreich zum 1. Januar 2027 die sogenannte Aktivpension ein. Wer über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeitet, erhält einen monatlichen Steuerfreibetrag von 1.250 Euro und zahlt keine Beiträge zur Pensionsversicherung mehr. Eibinger-Miedl begründet die Maßnahme mit dem finanziellen Nutzen: Jeder Monat, um den das tatsächliche Antrittsalter von derzeit rund 62 Jahren steigt, bringe knapp 200 Millionen Euro.

Das Momentum-Institut warnt auch hier vor Mitnahmeeffekten. Profitieren würden vor allem Menschen, die ohnehin schon im Rentenalter weiterarbeiten, ohne dass dadurch mehr Ältere in Beschäftigung kämen.

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