Rand statt Löffel
Italienischer Trick rettet Sauce und Käse bei der Pizza
28.06.2026 – 08:56 UhrLesedauer: 2 Min.

In Italien gilt Pizza als Streetfood – und wird entsprechend gegessen. Eine Expertin verrät, wie die traditionelle Methode aussieht.
Pizza mit Messer und Gabel essen? Das ist in Italien zwar kein Fauxpas. Doch die traditionelle Art sieht anders aus. Für Laura Melara-Dürbeck, Delegierte der Italienischen Akademie der Küche, gehört vor allem eines zum echten Pizza-Erlebnis: der direkte Griff zur Pizza.
Erst schneiden, dann falten
„Ich persönlich esse Pizza immer mit den Händen“, sagt sie auf Nachfrage von t-online. Zunächst schneide sie die Pizza in Stücke. Anschließend falte sie jedes Stück leicht von der Spitze nach außen zusammen und halte es am Rand fest, während sie hineinbeißt.
„Genau dieses haptische Erlebnis gehört für mich zum echten Pizzagenuss dazu“, erklärt die Expertin. Schließlich sei die Pizza ursprünglich als Streetfood entstanden. Entsprechend werde sie in Italien traditionell unkompliziert mit den Händen gegessen. Messer und Gabel seien zwar völlig legitim, die Handarbeit gelte jedoch vielen als die authentischere Variante.
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Eine besondere Rolle beim Pizzaessen spielt der Rand, der sogenannte Cornicione. „Den Cornicione liebe ich besonders, vorausgesetzt, er ist perfekt gebacken“, sagt Melara-Dürbeck. Ihr zufolge ist der Rand für Italiener ein unverzichtbarer Teil der Pizza. Ohne diesen könne sich die Expertin eine Pizza kaum vorstellen.
Rand als Löffelersatz
Einige Italiener gehen beim Pizzarandgenuss sogar noch einen Schritt weiter: Laut Melara-Dürbeck nutzen sie den Rand am Ende der Mahlzeit, um die letzten Reste von Sauce oder geschmolzenem Käse vom Teller aufzunehmen.
Auch in Deutschland wissen viele den Rand zu schätzen. Eine Umfrage unter t-online-Lesern zeigt: 46,9 Prozent essen ihn immer mit. Weitere 25,9 Prozent essen ihn zumindest dann, wenn er nicht zu trocken oder verbrannt ist. An der Umfrage haben 21.483 Personen teilgenommen.
