WM-Moderatorin Sedlaczek privat
„Ich dachte, ich falle um und muss sterben“
Aktualisiert am 18.06.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Esther Sedlaczek ist die derzeit wohl prominenteste deutsche Sportmoderatorin. In einem Gespräch redet sie über Zweifel und einen ganz besonderen Abend – in negativem Sinn.
Wer zu einem Spiel der Fußball-WM den Sender Das Erste einschaltet, der kommt in der Regel nicht um sie herum. Ein Großteil der Spiele wird von Esther Sedlaczek moderiert – zusammen mit dem Experten und Weltmeister von 2014, Bastian Schweinsteiger. Die beiden harmonieren vor der Kamera und stellen ein unterhaltsames Duo dar.
In einem Gespräch mit dem „Spiegel“ spricht Sedlaczek offen über ihre Vergangenheit und ihren Weg zum Traumberuf. Unter anderem geht es dabei um eine einschneidende Nacht vor sechs Jahren. Damals arbeitete die Moderatorin noch für den Privatsender Sky, kam spät nach Hause und legte sich in ihr Bett. Mitten in der Nacht wachte sie auf, konnte kaum noch atmen und ging in den Garten, um sich zu beruhigen. „Ich dachte, ich falle gleich um und muss sterben“, sagte Sedlaczek dem „Spiegel“.
In jener Nacht hatte die heute 40-Jährige eine Panikattacke. Ein Jahr zuvor hatte sie ihre erste Tochter bekommen. Die Mutter geht davon aus, dass sie in der Nacht eine postpartale Depression bekam, welche viele Mütter noch Monate nach der Geburt erleiden. Aber auch ein Trauma könnte die Ursache gewesen sein.
Mit einem Krankenwagen wurde sie in die Notaufnahme gefahren. Die Nacht hat bei der TV-Moderatorin einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Noch Wochen später hatte sie Angst vor der Dunkelheit, fragte sich, was passiert, wenn die in jener Nacht gespürte Taubheit zurückkäme. „Ich wollte auf allen Ebenen alles perfekt machen“, sagte sie und spielte damit auf den Zwiespalt zwischen anstrengendem Schichtjob im Live-TV und dem Mutter-Dasein an.
„Ich habe mir einen Riesendruck gemacht“
So richtig glücklich wurde Sedlaczek mit dem Job bei Sky nicht, daher entwickelte sie sich immer weiter. Doch vor allem als junge Sportjournalistin hatte sie starke Zweifel, gut genug zu sein für die komplizierte Branche. „Ich bin aus fast jeder Sendung mit dem Gefühl rausgegangen: Das ist nicht gut genug“, so die Moderatorin. „Ich habe mir einen Riesendruck gemacht und hatte keine Freude am Job.“
Nach jeder Sendung ging Sedlaczek in die Analyse und regte sich über jeden kleinen Fehler auf. „Ich habe mich immer selbst fertiggemacht“, sagt sie deshalb. Heute ist sie die wohl bekannteste deutsche Sportmoderatorin. Und auch Bastian Schweinsteiger wird froh sein, sie als Moderatorin an seiner Seite zu haben. Schließlich enttäuschte „Schweini“ jahrelang als Experte, bevor Sedlaczek übernahm.
