In Großbritannien haben die heutigen Konservativen nach dem Brexit keine Ähnlichkeit mit der Partei, die sich nach dem Krieg in einer patrizischen Erhaltung der Tradition stützte. Ja, in den 1980er Jahren schüttelte die damalige Premierministerin Margaret Thatcher diesen Baum heftig, aber selbst sie hielt sich im Konsens nach dem Krieg weitgehend an den Nachkriegs-Konsens. Das ist lange weg. Tories sehen nun ihre Existenz als bedroht und versuchen, Reform UK zu emulieren – die Partei zu ihrem Recht. Wahrscheinlich werden sie schließlich entweder eine Koalition mit Nigel Farages Partei bilden oder von ihr subsumiert werden.
In der Zwischenzeit in europäischen Ländern mit proportionalen Abstimmungssystemen ist es für Mitte-Rechts-Parteien alltäglich geworden, mit ganz rechts ins Bett zu springen (andere zentristische und linke Gruppierungen haben sich manchmal auch ihnen angeschlossen). Nach diesem Muster schloss sich Belgien erst in diesem Monat unter den Niederlanden, Italien, Finnland, Ungarn, Kroatien und der Slowakei an. Österreich ist um die Ecke und die tschechische Republik nicht weit dahinter.
Natürlich sind die Verwaltungen immer gekommen und gegangen, aber was jetzt unbestreitbar ist, ist, dass Extreme und Fringe Mainstream geworden sind. Der Cordon Sanitaire zerfällt.
Selbst an Orten, an denen Zentristen oder angebliche Zentristen dominieren, haben sie einen Großteil der Sprache und viele der Praktiken von Populisten übernommen. In Frankreich beispielsweise wurden die Bemerkungen des Premierministers François Bayrou darüber, wie sich die Menschen durch Einwanderung „untergetaucht“ fühlen, von der rechtsextremen nationalen Rallye gefeiert, die als Beweise angesehen wurde, die „den ideologischen Kampf gewonnen“ hatte.
Hier geht es um weit mehr als nur Koalitionen und Angebote. Es ist der Tod einer politischen Tradition und eines anderen Ersatzes durch eine andere. Einige könnten argumentieren, dass dies unvermeidlich ist – schließlich könnten acht Jahrzehnte als respektvoll lange Innings angesehen werden. Einige mögen es sogar als wünschenswert ansehen, dass die sozialen Sitten, die eine frühere Ära definiert haben, verworfen werden.
Die Ironie mit Merz ist, dass er aus dem Sauerland stammt, einer Region Mitteldeutschlands, die das verkörpert Belgerlich Stolidität alter – die drei Ks von Kinder, Küche, Kirche (Kinder, Küche, Kirche). Er besucht auch regelmäßig die Messe, daher wird die Kritik der Kirchen gestochen sein.
