Wolfsburger Sparpaket
Fünf VW, die bald nicht mehr zu kaufen sind
Aktualisiert am 10.07.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Volkswagen baut sein Angebot um. Bis zum Jahr 2030 streicht das Unternehmen einen großen Teil seiner Modelle aus dem Programm. Autokäufer müssen sich umstellen.
Wie stellt man VW, Deutschlands größtes Industrieunternehmen, wieder auf die Beine? Darüber berät der Aufsichtsrat in Wolfsburg. Unter anderem plant die Konzernführung ein umfangreiches Sparpaket. In seiner jüngsten Pressemitteilung hat Volkswagen die weitreichenden Kürzungspläne zwar noch nicht offiziell bestätigt. Dennoch sind offenbar bereits erste Entscheidungen gefallen.
Das soll sich für Autokäufer ändern
Ein konkreter Sparplan zielt direkt auf den Autokauf. Die Anzahl der frei wählbaren Ausstattungsoptionen soll um bis zu 75 Prozent sinken. Anstelle von zahlreichen Einzeloptionen plant VW künftig vor allem vorgefertigte Paketlösungen. Gleichzeitig soll das Angebot auf dem Markt deutlich schrumpfen: Der Vorstand plant, das weltweite Modellprogramm abseits von China in den kommenden Jahren schrittweise zu halbieren.

Vorstand will Produktion deckeln
Als Grund für den harten Kurs nennt das Management sinkende Neuwagenverkäufe in Europa und den starken Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Zudem belasten steigende Zölle, geopolitische Spannungen und hohe Strukturkosten das Unternehmen.
- Volkswagen in schwerer Krise: Das schmerzhafte Ende einer deutschen Gewissheit
Konzernchef Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz wollen die weltweite Jahresproduktion daher von ehemals zwölf Millionen Fahrzeugen auf rund neun Millionen begrenzen. Um Kosten zu senken, plant der Konzern zudem, Kerntechnologien wie Software, Plattformen und Elektronikarchitekturen markenübergreifend zu vereinheitlichen.
Diese Modelle stehen vor dem Aus
Der Umbau der Modellpalette hat im Hintergrund bereits begonnen. Während VW den traditionellen Touran bereits eingestellt hat, stehen laut Berichten weitere Nischen- und Verbrennermodelle vor dem Aus. Diese Modelle haben dabei die schlechtesten Karten:
- Touran: Der Kompaktvan ist bereits Geschichte, das letzte Exemplar lief im April vom Band.
- Touareg: Für das Oberklasse-SUV ist kein Nachfolger in Sicht. Insider halten eine neue Generation mit Verbrennungsmotor für ausgeschlossen.
- T-Roc Cabriolet: Die offene Version wird bald eingestellt, das normale SUV läuft vorerst weiter.
- ID.5: Das elektrische Coupé-SUV gilt als gefährdet, da das Segment zu klein ist und ein elektrischer Tiguan die Lücke füllen soll.
- Taigo: Weil der kleine Crossover nur mit Verbrennungsmotor erhältlich ist und eine Elektrovariante fehlt, dürfte seine Karriere sehr kurz sein.

Zu den intensiv diskutierten Werksschließungen (unter anderem in Emden, Zwickau und Hannover) sowie zu konkreten Zahlen beim Jobabbau macht Volkswagen offiziell noch keine Angaben. Dennoch stoßen die Pläne des Vorstands bei den Beschäftigten schon jetzt auf heftigen Widerstand: Die IG Metall startete eine Protestwelle, der Betriebsrat unter Daniela Cavallo setzte dem Management ein Ultimatum.
