Inferno in Andalusien
Touristen verbrennen auf der Flucht in ihrem Auto
10.07.2026 – 11:50 UhrLesedauer: 3 Min.
In der spanischen Provinz Almería wütet ein verheerender Waldbrand. Elf Menschen sterben in der Nacht bei dem Versuch, den Flammen zu entkommen.
Bei einem verheerenden Waldbrand im Süden Spaniens sind möglicherweise britische Touristen ums Leben gekommen. In einem ausgebrannten Auto mit Rechtslenkung entdeckten Einsatzkräfte vier Leichen. Nach Angaben der Behörden deutet dies darauf hin, dass es sich um britische Staatsangehörige handeln könnte.
Insgesamt kamen bei dem Waldbrand in der Provinz Almería nach Angaben der Regionalregierung bislang elf Menschen ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen versuchten alle elf Todesopfer, den Flammen mit dem Auto zu entkommen. „Die Entscheidung, über Wege zu fliehen, die nicht zu den offiziellen Evakuierungsrouten gehörten, erwies sich als tödliche Falle“, sagte Antonio Sanz, Regionalminister für Gesundheit und Katastrophenschutz in Andalusien.
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Während die mutmaßlich britischen Touristen in ihrem Wagen starben, wurden die sieben weiteren Opfer später außerhalb ihrer Fahrzeuge gefunden. Sie hätten versucht, dem „extrem schnell voranschreitenden Waldbrand“ zu Fuß zu entfliehen, nachdem sie ihre Autos zurücklassen mussten, erklärte Sanz.

Er sprach von einer „beispiellosen Tragödie“ – es sei der Waldbrand „mit den bislang schwersten Folgen“ in Andalusien. „Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen.“
Feuer im Waldgebiet nahe einer Schnellstraße ausgebrochen
Die Einsatzkräfte suchen am Freitag weiter nach möglichen weiteren Opfern. Das Feuer wütet in einem Gebiet mit verstreut liegenden Häusern rund um den Ort Los Gallardos. Dort befinden sich zahlreiche ehemalige Bauernhöfe, die britische Eigentümer zu Ferien- oder Zweitwohnsitzen umgebaut haben. Rund 50 Bewohner des benachbarten Dorfes Almocáizar mussten in der Nacht ihre Häuser verlassen.
Etwa 150 Feuerwehrleute kämpfen gegen den Brand, der am Donnerstag gegen 17 Uhr Ortszeit in trockenem Waldgebiet nahe einer Schnellstraße ausgebrochen war. Auch Spaniens militärische Katastrophenschutzeinheit wurde eingesetzt.
„Unermessliche Trauer und Bestürzung“
Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt über die Folgen des Waldbrands. Auf der Plattform X schrieb er, er empfinde „unermessliche Trauer und Bestürzung“ angesichts der Katastrophe in der Provinz Almería.
Auch Andalusiens Regionalpräsident Juanma Moreno äußerte sich betroffen. Er rief die Bevölkerung auf X zu „äußerster Vorsicht die ganze Nacht hindurch“ auf und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Die Nachricht über die Todesfälle mache fassungslos, schrieb Moreno.
