Geändertes Nutzerverhalten
Netflix denkt über radikalen Kurswechsel nach
10.07.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Netflix hat ein Problem: Zuschauer verlassen den Dienst schneller, als es dem Unternehmen lieb ist. Jetzt könnte es eine grundsätzliche Änderung beim Programm geben.
Ein verändertes Nutzerverhalten macht dem Streaminganbieter Netflix zu schaffen. Bei erfolgreichen Serien hat das Portal nach der ersten Staffel einen großen Teil des Publikums verloren, berichtet das US-Wirtschaftsportal „Bloomberg“. Der Dienst beruft sich auf interne Netflix-Zahlen und auf Personen aus dem Unternehmen.
Auch beim Nutzerwachstum gehe Netflix die Puste aus. Die Zeit, die das Publikum im vergangenen Jahr mit dem Dienst verbracht hat, habe nur um weniger als zwei Prozent zugenommen. Große Publikumserfolge auf dem Portal bleiben laut „Bloomberg“ aus.
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Zeit für einen Strategiewechsel? Wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) aus dem Umfeld des Unternehmens erfahren haben will, diskutieren führende Manager über eine radikale Kursänderung auf dem Streamingportal. Demnach werde in Erwägung gezogen, sogenannte Live-Kanäle einzuführen.
Netflix will die Nutzerbindung verbessern
Diese könnte Programme oder Inhalte eines bestimmten Genres durchgehend ausstrahlen, heißt es. Als Vorbild könnten Portale wie Pluto TV oder Waipu TV dienen. Diese Plattformen bieten meist neben klassischen linearen Fernsehsendern zahlreiche Spartenkanäle mit Serien und Filmen.
Netflix erhoffe sich, damit das Engagement, also die Bindung an den Dienst, zu verbessern. Dieser Wert gibt an, wie zufrieden Kunden sind und wie wahrscheinlich es ist, dass diese ihr Abo fortsetzen.

Eine weitere Möglichkeit, Kunden an den Dienst zu binden, könnten Streaming-Pakete sein. Auch darüber denkt Netflix laut dem „WSJ“ nach. Demnach prüfe das Unternehmen, andere Abodienste wie Peacock von NBC Universal in das eigene Angebot aufzunehmen.
Vorbilder: Amazon Prime Video und Apple TV
Diese würden als Kacheln auf der Startseite von Netflix erscheinen und über die Haupt-App des Anbieters verkauft werden. Konkurrenten wie Amazon oder Apple machen das bereits. Bei den Diensten Prime Video und Apple TV lassen sich die Angebote anderer Plattformen integrieren.
Sollte Netflix das auch machen, rückte das Unternehmen von seinen Wurzeln ab, so das „WSJ“. Mitgründer Reed Hastings habe jahrelang betont, dass die Plattform für „Fokus und Einfachheit“ bei der Bedienung stehe.
Aber Netflix habe schon einmal einen Schritt unternommen, den Hastings einst abgelehnt habe, heißt es: einen werbefinanzierten Tarif. Den hatte Netflix 2022 eingeführt, um sich dem geänderten Nutzerverhalten und den Marktverhältnissen anzupassen.
