Gefängnis-Skandal in NRW

Clan-Chef während Haft in Rolls-Royce geblitzt


21.05.2026 – 19:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatz an der JVA Euskirchen: Anfang Mai durchsuchte die Polizei mit mehr als 200 Einsatzkräften die Haftanstalt. (Quelle: Thomas Banneyer/dpa/dpa-bilder)

In der JVA Euskirchen sollen bestochene Gefängnismitarbeiter Häftlingen enorme Freiheiten erlaubt haben. Ein Krimineller wurde geblitzt – während er eigentlich in seiner Zelle sein sollte.

Seit Monaten laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption in der JVA Euskirchen. Bedienstete des Gefängnisses sollen Häftlingen gegen Geld Vorteile verschafft haben. Jetzt kommt heraus: Ein Häftling wurde sogar in einem Auto geblitzt, als er eigentlich in seiner Zelle hätte sitzen müssen.

Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Laut „Bild“-Zeitung handelt es sich um den Clan-Chef Michael G. – der 2019 wegen Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. Zuvor hatte bereits der „Kölner Stadt-Anzeiger“ ohne Nennung des Namens berichtet, dass der Chef eines berüchtigten Leverkusener Clans am Steuer seines Rolls-Royce geblitzt wurde.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Komplex bisher gegen acht JVA-Bedienstete und drei Ex-Häftlinge, darunter auch Michael G. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, wurden die Akten weiterer Gefangener sichergestellt, die nun ausgewertet würden. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ geht es dabei um 13 weitere Ex-Häftlinge.

JVA-Mitarbeiter sollen Häftlingen „Abos“ angeboten haben

Die Gefängnismitarbeiter stehen im Verdacht, Gefangenen regelrechte „Abos“ verkauft zu haben. Gegen die Zahlung monatlicher Gebühren gab es demnach Hafterleichterungen. Unter anderem sollen sollen Häftlinge vor Kontrollen ihrer Zellen gewarnt worden sein. G. soll JVA-Mitarbeiter bestochen haben, um unerlaubten Hafturlaub oder Ausgang zu erhalten.

Wie ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Justizministeriums im Rechtsausschuss des Landtages sagte, sollen in der JVA Euskirchen auch Türschloss-Transponder so manipuliert worden sein, dass selbst Büroräume unbefugt betreten werden konnten. Ausgangspunkt der Ermittlungen war laut Staatsanwaltschaft ein Mobiltelefon, das Ende 2022 bei Ermittlungen in einem Verfahren wegen Drogendelikten sichergestellt wurde. Anfang Mai durchsuchten mehr als 200 Einsatzkräfte unter anderem die JVA Euskirchen und stellten Mobiltelefone, Dokumente und weitere Beweismittel sicher.

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