Mauro Lustrinelli vorgestellt

Unions neuer Trainer: Das ist seine Philosophie

21.05.2026 – 20:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Der neue Trainer von Union Berlin: Mauro Lustrinelli fordert eine Siegermentalität von der Mannschaft. (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Union Berlin hat seinen neuen Trainer vorgestellt. Der Schweizer bringt einen Meistertitel mit – und klare Vorstellungen davon, was eine Mannschaft zusammenhält.

Mauro Lustrinelli ist der neue Cheftrainer von Union Berlin. Der 50-jährige Schweizer wurde am Donnerstag offiziell als Coach der „Eisernen“ vorgestellt. Zuletzt hatte Lustrinelli den FC Thun als Aufsteiger zur Schweizer Meisterschaft geführt.

Union-Geschäftsführer Horst Heldt lobte den Neuzugang auf der Trainerbank: „Mauro Lustrinelli hat in den vergangenen Jahren gezeigt, wie er Mannschaften formen und weiterentwickeln kann.“ Und weiter: „Der Meistertitel mit einem Aufsteiger spricht für seine fachliche Qualität, aber auch für seine Fähigkeit, eine Gruppe zu führen und zu begeistern.“

Lustrinelli ist der sechste Trainer der Köpenicker seit dem Ende der Ära von Urs Fischer im Jahr 2023. Steffen Baumgart hatte sich mit 464 Tagen noch am längsten im Amt gehalten. Die Engagements von Marco Grote, Nenad Bjelica, Bo Svensson und Marie-Louise Eta waren dagegen jeweils nur kurze Episoden.

Der gebürtige Tessiner, dessen Muttersprache Italienisch ist, betonte bei seiner Vorstellung, dass ihm Beziehungen besonders am Herzen liegen. Man müsse zuerst „Mensch sein. Für mich ist es wichtiger, eine Beziehung mit dem Team und den Spielern zu haben“, sagte er. Die ersten Gespräche mit dem Verein hätten das unterstrichen: „Wir haben die ersten drei Stunden nicht über Fußball gesprochen, sondern über Menschen“, so Lustrinelli.

Lustrinelli verlangt viel von seinen Spielern

Gleichzeitig stellt er hohe Anforderungen an seine Spieler. Von ihnen verlangt er „nur das Beste“ und täglich gelebte Siegermentalität. Seinen Führungsstil sieht er dabei als zweigleisig: „Von einer Seite möchte ich die Mannschaft führen, auf der anderen Seite die Mannschaft inspirieren.“ Taktische Systeme will er flexibel handhaben.

Seinen früheren Weggefährten Urs Fischer, unter dem er 2013 ein halbes Jahr als Co-Trainer in Thun gearbeitet hatte, sieht Lustrinelli nicht als Vorbild. Er will seinen eigenen Weg gehen. Seine Laufbahn beschreibt er selbst als „komische Karriere“: „Während andere den Lift nach oben nehmen, habe ich die Treppe genommen. Aber dann sieht man mehr“, sagt er. Zum Profi wurde er erst mit 23 Jahren.

Vor seiner Anstellung hatte Lustrinelli keinen Kontakt zu Fischer gesucht, um sich unvoreingenommene eigene Vorstellungen zu bilden. Die Mannschaft wird er am 28. Juni erstmals kennenlernen. Einen Tag später beginnt die Leistungsdiagnostik als Auftakt der Saisonvorbereitung. Auf dem Platz übernimmt Lustrinelli am 1. Juli erstmals das Kommando. Bis dahin will er auch das Gespräch mit Fischer gesucht haben.

Die Aufgabe in Berlin ist klar umrissen: Union strebt in seiner achten Bundesligasaison mindestens Platz 13 und 40 Punkte an, um den Klassenerhalt zu sichern. Seit dem Aufstieg 2019 gehören die Köpenicker der Bundesliga an. Den Höhepunkt der Vereinsgeschichte markierte Rang vier in der Saison 2023 mit der erstmaligen Qualifikation für die Champions League. Seitdem kämpft der Klub regelmäßig gegen den Abstieg.

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