Ansonsten spielte auch am fünften Verhandlungstag in dem Prozess wieder die Beziehung zwischen der 30-jährigen Angeklagten und dem Vater des Jungen eine zentrale Rolle. Die Verteidigung beschrieb das Verhältnis als Liebesbeziehung. Der als Zeuge vom Rostocker Landgericht befragte Vater müsse die Angeklagte lieben.

Fabians Vater: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Falschaussage

Nur so sei zu erklären, dass er die gesellschaftliche Ächtung und den Spott aushalte, weiterhin zur Angeklagten stehe und sich beständig um deren Großeltern und Tiere kümmere, sagte Verteidiger Thomas Löcker. Der 35-Jährige war am 30. April und am 5. Mai intensiv vernommen worden.

Anwältin Christine Habetha (l.) und Fabians Mutter Dorina L. im Saal des Landgerichts Rostock. (Quelle: t-online)

Nach seiner Zeugenaussage ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Vater Fabians wegen uneidlicher Falschaussage, ohne dass aber der Verdacht einer irgendwie gearteten Beteiligung an der Tat bestehe. Die Anklagevertreter hatten erklärt, dass er offenbar nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert sei, weil er die Möglichkeit einer Akteneinsicht oder einer Prozessteilnahme als Nebenkläger ungenutzt ließ.

Die Verteidigung betonte, es dürfe nicht vergessen werden, dass er als Vater seinen Sohn verloren habe, seine Trauer aber nicht öffentlich ausleben könne.

Chatnachrichten im Fall Fabian: eine komplizierte On-off-Beziehung

Im Gerichtssaal wurden im Verlauf der Verhandlung erneut zahllose Sprachnachrichten vorgespielt und Textnachrichten verlesen, die sich die Angeklagte und Fabians Vater mehrere Tage vor dem Tod des Grundschülers gegenseitig geschickt hatten.

Darin warf die Angeklagte dem 35-Jährigen immer wieder vor, mit anderen Frauen zu flirten und fremdgegangen zu sein. Gleichzeitig bat sie ihn eindringlich, wieder zu ihr zurückzukehren. Der 35-Jährige bemängelte dagegen, dass sie ihm permanent Vorwürfe mache und er ihren Ansprüchen nicht gerecht werde. Allerdings besuchte er sie dennoch.

Beide schickten sich am 5. Oktober – fünf Tage vor Fabians Verschwinden – dutzende Sprach- und Textnachrichten. Dabei drehte es sich meist um die schwierige Beziehung, deren Ende oder die Chancen auf eine Wiederaufnahme des Verhältnisses und auch um Fabian. Es entstand das Bild einer komplizierten On-off-Beziehung.

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