Bittere NRW-Umfrage
„Der unbeliebte Kanzler zieht auch Wüst nach unten“
16.10.2026 – 17:51 UhrLesedauer: 2 Min.
In Deutschlands bevölkerungsreichsten Bundesland wird im April nächsten Jahres gewählt. In einer neuen Umfrage verliert die CDU von Ministerpräsident Wüst deutlich an Zustimmung.
Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gilt nicht wenigen als kleine Bundestagswahl. In NRW leben rund 18 Millionen Menschen – mehr als ein Fünftel der deutschen Gesamtbevölkerung. Entsprechend groß ist die politische Bedeutung, die dem Bundesland zukommt. Ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl des Düsseldorfer Landtags sorgt nun eine neue Umfrage für Aufsehen. Die regierende CDU muss dabei deutliche Verluste hinnehmen.
In der am Freitag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“-Zeitung kommen die Christdemokraten auf nur noch 26 Prozent. Im Vergleich zu einer vorangegangenen Insa-Befragung im Mai verlieren sie damit acht Prozentpunkte. Die persönlich hohen Beliebtheitswerte von Ministerpräsident Wüst können folglich nicht verhindern, dass die CDU auch in NRW an Boden verliert.
- Jetzt wird Blut fließen in NRW: AfD-Politiker treten mit Klingen gegeneinander an
- Nach Video-Botschaft: Emde kann nicht mehr für die Fraktion sprechen
Insa-Chef Hermann Binkert erklärt den Trend bei „Bild“ so: Im Vergleich zur Bundespartei stehe die NRW-CDU zwar noch vergleichsweise gut da, „aber der unbeliebte Kanzler Friedrich Merz zieht auch Hendrik Wüst nach unten“.
Schwarz-grüne Regierung ohne Mehrheit
Der zweite Platz in NRW würde nach jetzigem Stand an die AfD gehen, die in der Umfrage auf 21 Prozent kommt und damit vier Punkte hinzugewinnt. Die SPD bleibt dahinter unverändert bei 18 Prozent. Die mitregierenden Grünen legen im Vergleich zur Mai-Umfrage einen Punkt zu und kommen auf 16 Prozent. Als fünfte Partei würde die Linke mit zehn Prozent den Einzug in den Düsseldorfer Landtag schaffen. Die FDP verharrt bei vier Prozent und würde den Wiedereinzug in das Landesparlament knapp verfehlen. Auf sonstige Parteien entfallen fünf Prozent.
Die aktuelle Koalition aus CDU und Grünen hätte nach der Umfrage keine Mehrheit mehr. Auch für ein anderes Zweierbündnis würde es nicht reichen, nötig für eine Regierungsmehrheit wäre ein Dreierbündnis. Dafür müssten die aktuellen Regierungsparteien die SPD als zusätzlichen Partner gewinnen.
Für die Insa-Umfrage wurden zwischen dem 6. und dem 13. Oktober 1000 Menschen befragt. Die maximale Fehlertoleranz wird mit 3,1 Prozentpunkten angegeben.
In Nordrhein-Westfalen wird am 25. April kommenden Jahres gewählt. Die Wahl von 2022 gewann die CDU mit 35,7 Prozent vor der SPD mit 26,7 Prozent. Die Grünen erreichten damals 18,2 Prozent. In den Landtag zogen außerdem die FDP mit 5,9 Prozent und die AfD mit 5,4 Prozent ein.
