Entscheidung in Sachsen
Rechtsextremist verliert OB-Wahl in Aue knapp
Aktualisiert am 07.06.2026 – 20:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit dem Wahlsieg von Marcus Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der Kandidat der rechtsextremen „Freien Sachsen“ scheitert an der Wahlurne.
Der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge gewonnen. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Stefan Hartung von den rechtsextremen „Freien Sachsen“ durch. Hoffmann bekam 5.007 Stimmen, Hartung kam auf 4.499 Stimmen, wie die Stadt mitteilte.
Damit bleibt die rund 19.000 Einwohner zählende Stadt in CDU-Hand. Der bisherige Oberbürgermeister Heinrich Kohl, ebenfalls CDU, scheidet aus Altersgründen aus. Er steht seit 1999 an der Spitze der Stadt.
Wahlgewinner Hoffmann galt politisch bislang als unbeschriebenes Blatt. Er ist erst seit kurzer Zeit Mitglied der CDU, arbeitet bislang im Bauamt der Stadt, ist 41 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder.

Aue bleibt in CDU-Hand
Die Wahl hatte weit über Sachsen hinaus Aufmerksamkeit ausgelöst. Hartung hatte im ersten Wahlgang am 10. Mai noch vor Hoffmann gelegen. Bei damals fünf Bewerbern kam er auf 29,0 Prozent, verfehlte aber die nötige absolute Mehrheit. Hoffmann erreichte 23,6 Prozent.
Hartung ist 37 Jahre alt, IT-Unternehmer und seit vielen Jahren im rechten Spektrum aktiv. Er war jahrelang Funktionär der NPD, die heute „Die Heimat“ heißt. 2009 zog er für die Partei in den Gemeinderat von Bad Schlema ein. Später saß er im Stadtrat und im Kreistag.
Bekannt wurde Hartung 2013 mit sogenannten „Lichtelläufen“ gegen eine Unterkunft für Asylbewerber im Nachbarort Schneeberg. Die Proteste griffen eine regionale Weihnachtstradition auf und zogen zeitweise mehr als tausend Menschen an.
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Heute ist Hartung Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender der „Freien Sachsen“. Der sächsische Verfassungsschutz beschreibt die rund 1.200 Mitglieder starke Partei als „organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Die-Heimat-Funktionären und weiteren Szeneangehörigen oder -sympathisanten“. Auch der Bundesverfassungsschutz stuft die Kleinstpartei als rechtsextrem ein.
