Altersvorsorge
Zehn Euro im Monat: Wie die Frühstartrente funktioniert
Aktualisiert am 12.08.2026 – 15:05 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit sechs schon an die Rente denken? Ein Zuschuss vom Staat soll Kinder an die Altersvorsorge heranführen. Über die Jahre könnten erhebliche Summen zusammenkommen – doch nicht für alle.
Schon Kinder sollen bald fürs Alter vorsorgen – nicht mit dem Taschengeld, sondern mit einem monatlichen Zuschuss vom Staat. Das Kabinett brachte in Berlin die sogenannte Frühstartrente von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf den Weg. Die Idee: Der Bund soll für jedes Kind, das sechs Jahre alt wird, bis zum 18. Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgedepot einzahlen.
„Wir wollen, dass alle besser und früher für das Alter vorsorgen können“, erklärte Klingbeil. Bisher hänge das viel zu oft vom Elternhaus ab. Mit dem neuen System werde kein Kind vergessen – und die Kinder würden zugleich früh an den Finanzmarkt herangeführt.
Bekommen alle Kinder Geld?
Nein. Sollte das Gesetz im Bundestag beschlossen werden, geht das Geld erst einmal an Kinder mit Geburtsjahrgang 2020. Ab 2027 kommt dann jedes Jahr der Geburtsjahrgang der dann Sechsjährigen dazu.
Wer heute schon sieben Jahre alt ist, geht leer aus. Irgendwo müsse man anfangen, sagt Klingbeil dazu. „Aber das sind Entscheidungen, die man halt zu treffen hat in der Politik.“
Was passiert mit den zehn Euro?
Die Frühstartrente ist eine Art Startkapital für die Altersvorsorge. Das Geld soll automatisch an alle Kinder des entsprechenden Jahrgangs ausgezahlt werden. Es geht direkt in ein Depot, dessen Erträge bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei sind. Ausgezahlt wird das geförderte Kapital grundsätzlich nicht vor Ende des 65. Lebensjahrs.
Was für ein Depot genutzt wird, können die Eltern selbst aussuchen – zumindest innerhalb gewisser Vorgaben. So dürfen bis zum 18. Lebensjahr keine Abschluss- und Vertriebskosten entstehen.
Wählen Eltern nicht aktiv ein Depot, wird eine von der Bundesbank verwaltete, öffentliche Kapitalanlage genutzt. Bis zum 35. Lebensjahr könne man das Geld dann ins eigene Depot holen, sagte Klingbeil.
Wie viel kommt dabei herum?
Nach Rechnung des Finanzministeriums entsteht allein aus der staatlichen Förderung bis zur Volljährigkeit ein Depotwert von rund 2.200 Euro. „Daraus können bis zum Renteneintritt ohne weitere Einzahlungen rund 53.000 Euro werden“, erklärt Klingbeils Ministerium.
Doch Eltern und Großeltern können das Depot auch durch freiwillige Zahlungen aufstocken – Einzahlungen bis zu 6.840 Euro im Jahr sind erlaubt. Legten die Eltern monatlich nur zehn Euro drauf, könne das Depot bis zum Renteneintritt auf rund 107.000 Euro wachsen, rechnet das Finanzministerium. Bei einer Zuzahlung von monatlich 50 Euro könnten im Rentenalter rund 320.000 Euro zusammengekommen sein. Diesen Berechnungen liegt eine angenommene durchschnittliche Wertentwicklung von 7 Prozent zugrunde. Tatsächlich können sich die Depots besser oder auch schlechter entwickeln.
Wie teuer ist das für den Staat?
Die Ausgaben des Bundes für die Frühstartrente sollen zunächst bei 198 Millionen Euro im Jahr liegen und bis 2030 auf 411 Millionen Euro steigen.