Mehr Druck auf Beitragszahler
Der Bund spart bei der Rente – trotz wachsender Kosten
Aktualisiert am 21.05.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Staat steckt immer mehr Geld ins Rentensystem und will nun kürzen. Doch Zahlen zeigen nun: Der tatsächliche Anteil, den der Staat an den Kosten der Rente trägt, wird immer niedriger.
Es ist der größte Posten im Bundeshaushalt: die staatlichen Zuschüsse zur Rente. Mit mehr als 140 Milliarden Euro schlägt er im aktuellen Etat zu Buche, jedes Jahr steigt der Betrag. Nun will die Regierung daran sparen: Aus den Eckwerten der aktuellen Haushaltsplanung geht hervor, dass der Zuschuss im kommenden Jahr um vier Milliarden Euro gekürzt werden soll.
Das löste empörte Reaktionen aus, etwa bei Gewerkschaften und in der Opposition. Auch die Rentenversicherung klagt schon lange, dass der Bundeszuschuss ohnehin zu niedrig sei. Zahlt der Bund also vielleicht doch gar nicht so viel? Diesen Schluss legt jetzt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion nahe, die t-online vorliegt. Demnach ist der relative Anteil, den der Bund an den Ausgaben der klassischen gesetzlichen Rentenversicherung trägt, in der Vergangenheit immer weiter gesunken.

Während er 2005 noch bei 24 Prozent lag, betrug er 2024 nur noch 22,1 Prozent. Zwar erhöhte sich der Bundeszuschuss in der gleichen Zeit um knapp 33 Milliarden Euro, die Ausgaben der Rentenversicherung stiegen jedoch um fast 170 Milliarden Euro. Neuere Zahlen lagen vonseiten der Rentenversicherung noch nicht vor.
Wichtig dabei: Die dargestellten Zahlen zeigen die Bundeszuschüsse zur allgemeinen Rentenversicherung. Darüber hinaus gibt es weitere Töpfe mit Zuschüssen ins Rentenversicherungssystem, etwa für die Grundsicherung im Alter und die Erwerbsminderungsrente. Addiert man all diese Zuschüsse auf, ergibt sich die aktuelle Summe von 140 Milliarden Euro.
Sinkt der Bundeszuschuss, werden Beitragszahler stärker belastet
Der Zuschuss des Bundes zur allgemeinen Rentenversicherung ist dabei nicht als Subvention des Staats zu verstehen, sondern als Beteiligung an politisch gewollten Leistungen, die aus der Rentenkasse finanziert werden, aber nicht beitragsgedeckt sind. Dazu zählen etwa die Mütterrente, abschlagsfreie Frührenten oder die höhere Bewertung von Rentenzeiten in Ostdeutschland.

Fällt der relative Bundeszuschuss zur Rente immer niedriger aus, bedeutet das, dass die Beitragszahler der Rentenversicherung im Verhältnis stärker belastet werden. Die Rentenversicherung kritisiert regelmäßig die aus ihrer Sicht zu niedrige Beteiligung des Bundes. Nach eigenen Berechnungen gab die Rentenversicherung im Jahr 2023 rund 124 Milliarden Euro für diese Leistungen aus. Würde der Staat diese Summe voll finanzieren, könnte der Beitragssatz zwei Prozentpunkte niedriger liegen, teilte die Deutsche Rentenversicherung vergangenes Jahr mit. Derzeit beträgt der Beitrag 18,6 Prozent des Bruttogehalts.
